Schweizer Versuch, das öffentlich-rechtliche Bezahlfernsehen zu retten: Neue Direktorin

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Nathalie Wappler ist neue Direktorin des Schweizerischen Radio und Fernsehens, dem SFR. Mit ihren ersten Aussagen hat sie in der Öffentlichkeit einige gute Noten erhalten. Sie meinte der „NZZ am Sonntag“ gegenüber, hier zitiert aus der „FAZ“, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten in der Schweiz keinen „Meinungsjournalismus“ vertreten oder produzieren müssten. Das Programm solle nicht „menschenverachtend“ und auch nicht „voyeuristisch“ sein. Es gehe darum, zu informieren. Die Sender sollten nicht „polarisieren“. Allerdings verwies sie in ihrer Ansage ausgerechnet auf Deutschland, nachdem die öffentlich-rechtlichen Anstalten hier gerade unter dem Verdacht stehen, „Meinungsjournalismus“ zu betreiben.

Alles eine Frage der Perspektive?

Demnach stellen sich Beobachter die Frage, ob es hier nur um die Perspektive der Betrachtung geht. Viele Sendungen im öffentlich-rechtlichen Fernsehen informieren ohne Zweifel mehr, als reine Meinungsbildung zu betreiben. Die Vorwürfe an die Nachrichtensendungen in Deutschland sind jedoch teils zumindest nachvollziehbar.

So sind die Interviews in einigen Nachrichtensendungen nicht nur „informativ“, sondern steuern Gesprächsinhalte gezielt in eine bestimmte Richtung. So sind „Kommentare“ als solche zwar gekennzeichnet, nehmen jedoch allzu oft eine gezielte politische Haltung ein, die sich mit dem Vorwurf deckt, in Deutschland herrsche „linker“ Journalismus. So sind die Journalisten selbst in Interessengruppen eingebunden wie der „Atlantiker“ Claus Kleber, der daraus jedoch keinen Vorwurf konstruieren lassen möchte. So sind auch Journalisten wie Dunya Halali eingebunden in wirtschaftlich nicht-neutrale Vorgänge wie Einladungen zu wirtschaftlichen Interessengruppen aus der Industrie.

Insofern sind die Versprechen der neuen Chefin in der Schweiz zumindest fragwürdig. Möglicherweise reagiert sie auf den starken Wunsch in der Bevölkerung, die öffentlich-rechtlichen Sender nicht mehr mit Zwangsgebühren zu finanzieren.

Wappler scheint die Richtige zu sein, die dies verhindern kann. Sie ist derzeit noch beim deutschen „MDR“ und damit Teil jener Gruppe, die sich die Finanzierung noch organisiert. In Deutschland ist der Widerstand gegen die GEZ augenscheinlich gesunken, die Zahl der sichtbaren Beiträge hiergegen sank kontinuierlich.



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