So setzt Angela Merkel ihren Kandidaten für die Europäische Zentralbank im Hintergrund durch

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Aktuell läuft immer noch die Verhandlung um den nächsten Kandidaten für die Präsidentschaft in der EU-Kommission. Passend dazu wurde ein Umfrageergebnis veröffentlicht, wonach die „Mehrheit der Befragten in Deutschland“ den Kandidaten der EU, Manfred Weber, nicht in dieser Funktion sehen möchte (konkret: 59,1 %). Er solle „eher“ nicht oder sogar „auf keine Fall“ der nächste EU-Kommissionspräsident sein, heißt es. Gefragt hatte das Meinungsforschungsinstitut „Civey“. Ist dies alles Zufall?

Macron wird deutlicher

Bislang war schon bekannt, dass Emmanuel Macron Manfred Weber ablehnt. Dies muss auch die Kanzlerin gewusst haben. Macron gab nun sogar einen Grund an. Der Politiker würde nicht über Regierungserfahrung verfügen. Das Argument lässt sich nicht von der Hand weisen. Weber war und ist lediglich Fraktionsvorsitzender der konservativen EVP im EU-Parlament. Als solcher ist der „Spitzenkandidat“ gewesen und möchte entsprechend jetzt ernannt werden.

Formal muss der EU-Rat aus Regierungschefs lediglich einen Präsidenten vorschlagen und dafür laut Vertrag „das Ergebnis der EU-Wahlen“ berücksichtigen. Diese Sichtweise wäre insofern praktisch, als keiner der aktuellen „Spitzenkandidaten“ auch nur annähernd über eine Mehrheit im Parlament verfügt. Auch dies war und ist Angela Merkel bekannt.

Nun vermutet der frühere Mitarbeiter im EU-Ministerrat Dr. Stefan Brocza laut „Sputnik“, dass ein schwacher Kandidat wie Weber möglicherweise aufgestellt wurde, um ihn nachher opfern zu können – für das zweite wichtige Amt. Dies ist der Vorsitz der Europäischen Zentralbank (EZB). Dafür soll der Bundesbank-Präsident Jens Weidmann vorgesehen sein, als Kandidat von Angela Merkel. Der aktuelle Disput könne, so der Beobachter, durchaus im Interesse von Angela Merkel sein. Die ließe sich den Kandidaten für die Präsidentschaft innerhalb der Kommission wegverhandeln, um den EZB-Kandidaten durchzubekommen.

Der Beobachter hat Recht: Dies ist sogar eine denkbare Variante. An Manfred Weber dürfte Angela Merkel nicht allzu stark hängen, der Kandidat kommt aus der CSU. Das schwache Wahlergebnis ließe sie einfacher erklären, warum es Weber nicht wird – und Weidmann hätte frei Bahn. Im Hintergrund regiert – wie stets – wahrscheinlich Angela Merkel. Mehr zur Strippenzieherin – sehen Sie diese Beiträge….

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