Sibel Edmonds: Operation Gladio-B — Teil 2

Sibel Edmonds

Dieser Artikel erschien am 13. März 2013 auf der Webseite American Judas (Übersetzung von politaia.org)
Hier Teil 1: Sibel Edmonds: Operation Gladio-B — Teil 1

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Vorbemerkung:

In dieser Reihe von Zusammenfassungen eines Interviews von Sibel Edmonds auf  The Corbett Report versorgt uns die ehemalige FBI-Dolmetscherin mit vielerlei Informationen über die Verbindungen des afghanischen Heroingeschäftes mit den “Waren”-Transport durch Aserbeidschan und den Balkan.

Operation Gladio-B: Zusammenfassung Teil 2

Im zweiten Teil des Interviews beginnt James Corbett mit der Erwähnung einiger Nachrichten aus jüngster Zeit. Zuerst spricht er den Bombenanschlag auf die US-Botschaft in Ankara an und bezieht sich dabei auf einen Bericht der Times of Israel, welche die Attentäter als radikale Linke beschreibt, die nicht mitbekommen hätten, dass der Kalte Krieg zu Ende sei.

Edmonds führt dazu aus, dass immer wenn der Begriff “links” in den türkischen Medien oder in Verlautbarungen der türkischen Regierung auftauche, damit Russland gemeint sei, das speziell für seine Hilfe für Syrien und Assad dämonisiert werde. Der Bombenanschlag sei eine Methode, der russischen Regierung mitzuteilen, dass man durch derartige Anschläge die russische Regierung in der Öffenntlichkeit anschwärzen will. Sie leitete dann über auf die Verhaftung und sofortige Wiederfreilassung von Suleyman Abu Ghaith, Osama bin Ladens Schwiegersohn. Dieser soll einer der Top-Fünf-Führer von Al Kaida sein und steht seit 2000 auf der Liste der meistgesuchten Verbrecher. Er soll sich gerüchteweise im Iran aufgehalten haben. Edmonds erinnert uns daran, dass der Iran niemals irgendetwas mit Al Kaida zu tun hatte. Es gab zwar Aktivitäten der Al Kaida in iranischen Grenzgebieten zu Afghanistan (Belutschistan), aber außerhalb von Regierungseinflüssen im Niemandsland.

Es gibt viele Anzeichen, dass das "Greater Xorâsân"- und "Greater-Belutschistan"- Projekt wiederbelebt werden, deren Ziel es ist, die beiden östlichen Provinzen ebenfalls von Iran abzuspalten, damit Pipelines von Zentralasien bis in den Süden Irans und nach Pakistan verlegt werden können. F. William Engdahl schreibt, dass der Hauptgrund dafür, dass die Taliban von Afghanistan durch den Westen unterstützt wurden, die Hoffnung war, über eine zentralasiatische Pipeline durch afghanisches Hoheitsgebiet pakistanische Häfen erreichen zu können.

Die Region Balutchistan ist für die USA sehr wichtig, ebenso wie die im ersten Teil erwähnte Xinjiangim Osten Chinas (Turkestan). Man hört darüber zwar kaum etwas in den Medien, aber es gibt dort einen Haufen Terroraktivitäten.

Zurück zu Suleyman Abu Ghaith: Während über Jahre hinweg Gerüchte zirkulierten, dass er  und Zawahiri im Iran im Gefängnis sitzen würden, taucht er offiziell im Februar dieses Jahres mit seiner Verhaftung in der Türkei wieder auf, wo er sich standesgemäß in einer Penthouse-Suite eines 5-Sterne-Hotels – ein paar Häuserblocks vom Präsidentenpalast entfernt – “versteckt” hatte. Nachdem die türkische Polizei angeblich vom CIA über seinen Aufenthaltsort informiert wurde, nahm sie Abu Gaith fest und verhörte ihn. Sie  fand jedoch keinen Beweis, dass Gaith der Türkei Schaden zugefügt hätte, verweigert die Auslieferung und die CIA hat vollstes Verständnis dafür!

Corbett wirft hier ein, dies sei dieselbe CIA, welche überhaupt keine Probleme damit habe, andere Terrorverdächtige zu kidnappen, sie in andere Länder zu verschleppen und sie dort zu foltern. Nicht aber so bei dem “Top-Fünf”-Terroristen Abu Gaith!

Yassin al-Qadi, Ptech-Investor und Al-Kaida-Finanzier

Edmonds führt aus, man stoße bei der Angelegenheit mit Yassin al-Qadi und dem Ptech scandal auf ein ähnliches Verhaltensmuster. Gleich nach 9/11 verließ al-Qadi die USA und verbrachte 6-8 Monate in Albanien, dann ging er in die Türkei. Die USA forderten seine Auslieferung, aber die Türken weigerten sich, weil er nichts gegen sie (die Türkei) unternommen hatte. Gegenwärtig hält er sich in Großbritannien auf; er hat es geschafft, seinen Namen von allen Terror-Listen in Großbritannien, der Schweiz und der EU verschwinden zu lassen.

Corbett wirft ein, wie die USA ihn ursprünglich während der späten 90er Jahre mit der FBI-Untersuchung namens Operation Vulgar Betrayal strafrechtlich verfolgen wollten. Edmonts sagt dazu, dass zwei FBI-Agenten, die mit dem Falle befasst waren (Robert Wright and John Vincent) nun Mitglieder bei  ihrer Organisation National Security Whistle Blowers Coalition (NSWBC) seine. Sie erläutert, wie die US-Regierung (CIA, State Department und das Weiße Haus) die von Wright und Vincent angeführten Untersuchungen einstellen ließ. Als Ergebnis des Drucks von oben durfte die 9/11-Kommission Wright nicht befragen! Vincent ging direkt zur 9/11-Kommission, um ihren Untersuchungsbericht zu 9/11 zu präsentieren.

Die Untersuchung konzentrierte sich um den Brennpunkt Chicago. Edmonds sagte, in Bezug auf Gladio B würden eine Menge operationeller und logistischer Angelegenheiten von Chicago aus gesteuert. Es sei die Stadt, in der man am leichstesten Geld waschen könne. Die USA verfügen im Pentagon über ein Büro für Gladio-Operationen. Es heißt nicht Gladio-B, aber es ist eine dezidierte Sektion im Pentagon; das tatsächlich existierende Büro wickelte auch die früheren Gladio-Operationen ab. Als Edmonds ein paar Tage nach 9/11 vom FBI angeheuert wurde, geht sie ihre Aufgabe an, Spuren von Terrorverdächtigen zu verfolgen. Man wollte möglichst viele Verhaftungen von Terrorverdächtigen in der Öffentlichkeit vermelden, aber Yassin al-Qadi wurde nicht festgenommen. Eine Menge der Operationen von Qadi tauchen in Untersuchungen zur Wirtschaftskriminalität in Chicago auf. Da Edmonds auf Anweisung des FBI-Agenten Joel Roberts diese  Dokumente und die Unterlagen über das ChicagoKriminellennetzwerk von Abdullah Çatlı (siehe Interview 1. Teil) übersetzen musste, hatte sie einen einzigartigen Überblick, um sich ein Bild über die Untersuchung Operation Vulgar Betrayal zu machen.

Indem sie auf Qadis Albanien-Connection zurückkommt, erklärt Edmonds, dass bis in die beginnenden 90er Jahre das Hauptaugenmerk von Gladio-B auf den Balkan gerichtet war. Das betrifft nicht nur die Netzwerke von Qadi und Çatlı, sondern auch das Fethullah Gulen-Netzwerk, welches in Teil 1 diskutiert wurde. Zu dieser Zeit gehörten viele Albaner, welche nach Chicago kamen, zu den grausamsten und stärksten Mafia-Typen in den USA. Sogar die Italiener ließen ihre Finger von diesen Leuten. Das FBI veranlasste größere Verhaftungsaktionen, die jedoch dauernd sabotiert wurden, weil das State Department dem FBI erzählte, die Typen hätten diplomatische Immunität! Warum machten sie das?

Der Mann des Jahres von 2002 im Time magazine, der FBI-Whistleblower Colleen Rowley, glaubt folgendes: Weil es im FBI zuviele Maulwürfe gab, hätte die CIA im Auftrage des State Departments das FBI unterwandert. Der CIA-State Department-Block hatte in Fällen, die NSWBC bekannt sind, gewissen Informanten Hinweise über bevorstehende verdeckte Operationen des FBI gegeben. Das war wirklich das grundlegende Problem, mit dem Edmonds während ihrer Arbeit beim FBI als Dolmetscherin zurechtkommen musste. Es war nicht die bürokratische Null Mike Feghali, den sie ein ihrem Buch erwähnt, es waren die Maulwürfe des State Departments im FBI.

Nach ihrer Entlassung aus dem FBI fügte Edmonds die Puzzleteilchen mithilfe ihrer Organisation NSWBC zusammen. Sie wußte, dass die 9/11-Kommission eine Schauveranstaltung war, weil alle wirklichen Fakten im Bericht weggelassen wurden. Die Kommission dachte nicht einmal daran, Colleen Rowley zu befragen. Rowley, Wright, Vincent; sie waren alle Personen mit über 20-jähriger Dienstzeit. Edmonds wandte sich anschließend an die Medien, um gegen diese Manipulationen zu protestieren. Sie konnte ihre Geschichte durch eine SCIF (Sensitive Compartmented Information Facility) der Kommission übermitteln, so dass die Identitäten der Agenten nicht preisgegeben werden mussten. Alle die Agenten, die sie anführte, genauso wie Tony Shaffer von der Operation Able Danger bezeugten, dass es bei 9/11 eine gigantische Vertuschungsaktion gegeben habe.

Dieser letzte Punkt ist es, den die Amerikaner nur schwer verdauen können, weil sie konditioniert sind, in schwarz-weiß-Paradigmen zu denken. Es ist viel bequemer, Partei zu nehmen, als tiefer zu graben und dabei die dunkle Wahrheit zu erkennen, welche die Parteigrenzen überschreiten. Die klassische Geschichte ist die von Watergate und die Art und Weise, wie sie von Bob Woodward und der Washington Post geschildert wurde. Die Geschichte scheint völlig klar zu sein, aber wenn sie Watergate wirklich aufgedeckt haben, warum deckten sie dann nicht auch den Iran-Contra-Skandal auf? Haben sie Watergate wirklich aufgedeckt? Es scheint Sibel Edmonds‘ Ansicht zu sein, dass derjenige, welcher wirklich etwas aufdeckt (wie Gary Webb im Iran-Contra-Skandal) nicht zum Multimillionär werden kann und  innerhalb des Systems aufsteigt (wie Woodward), sondern in die Ecke gedrängt wird (wie Gary Webb).

Corbett stimmt damit überein und merkt an, dass der Watergate-Einbruch wahrscheinlich eine Inszenierung war, die Woodward auf dem Sibertablett kredenzt wurde.

Corbett fasst Teil 2 des Interviews kurz zusammen und behandelt noch einige Fragen von Zuhörern:

Frage: Existierten die Pläne für Gladio-B schon vor dem Susurluk-Skandal?

Antwort: Ja, meint Edmonds und erinnert daran, dass unsere (USA) Beziehungen mit den Mujahadeenin den 80er jahren in Afghanistan begannen. Diese religiösen Beziehungen existierten aber nur am Rande und standen nicht im Fokus der Operation Gladio. Sie wurden über die CIA und dem britischen Geheimdienst abgewickelt; erst nach Susurluk wurden sie Teil der Operationen von NATO und Gladio.

Frage: Woher wissen wir, dass Grossman and Dickerson wegen Susurluk von  ihren Posten abgezogen wurden?

Antwort: Vieles ist als geheim eingestuft, was mit der Beweislage zu tun hat, aber Edmonds war Teil der FBI-Untersuchung bezüglich Grossmann. Mit seiner wichtigen Stellung als US-Botschafter in der Türkei war Grossmann die Nummer 3 im State Department, aber sein wirklicher Job hatte immer mit NATO/Gladio-Operationen zu tun.Dasselbe gilt für Dickerson: Die NATO holte ihn aus den USA nach Brüssel. Die FBI-Gegenspionage hat das veranlaßt; ihre Unterlagen (die des FBI) über die Grauen Wölfe (Türkisches Paramilitär) wurden an Gladio-B übergeben. Deren Operationen mussten vom State-Department und dem Pentagon gestoppt werden, weil sie ihre Operationen über die NATO aufgemischt hätten.

Frage: Bezüglich der Ergenekon-Gerichtsverhandlungen in der Türkei: Ist dies ein Versuch der USA, die sekulären Kräfte zugunsten williger Kapitalisten auszuschalten?

Antwort: Ja, 100%ig; das türkische Militär darf ohne Erlaubnis der USA nicht einmal zum Pinkeln gehen. Das ist überall so, sogar im Iran war es so; warum stürzte der Schah? Die USA hatten beschlossen, dass seine Zeit vorbei wäre (Edmonds hasst den Schah, er ließ ihren Vater foltern). Was sich in der Türkei abspielt, geschieht mit dem Plazet der USA….

http://americanjudas.blogspot.co.uk/2013/03/synopsizing-sibel-edmonds-evolution-of_13.html

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