So sieht die Zukunft der Euro-Zone vielleicht aus: Schlangen vor argentinischen Banken

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Wer viel Geld auf den Banken hat, wird in Argentinien derzeit nicht froh sein. Vor den Banken bilden sich lange Schlangen. Die Menschen wollen ihr Geld abholen. Dies gilt als „Bankrun“, da die Menschen Geld auf den Konten horten, von dem sie vermuten müssen, dass es stark entwertet wird. Die argentinische Regierung hatte Devisenkontrollen durchgeführt. Wer Devisen kaufen möchte, also sein Geld etwa in Dollar umtauschen möchte, muss dies auf eine Obergrenze von umgerechnet 10.000 Dollar monatlich begrenzen. Es drängt sich der Eindruck auf, die Menschen rechnen schon bald mit einer deutlichen Absenkung der Obergrenze. Dann wären sie auf ihre argentinischen Peso angewiesen – und müssen mitansehen, dass die Währung derzeit mit einer Inflationsrate von 55 % p.a. kämpft.

Die Regierung kann auch anders….

Dass es bei den aktuellen Obergrenzen bleibt, ist tatsächlich durch nichts gesichert. Die Regierung ist ermächtigt, solche Obergrenzen zu formulieren und könnte jederzeit die eigene Maßgabe begrenzen. Die Obergrenze existiert dem Vernehmen nach, um die Landeswährung „zu stützen“ – wer massiv umtauscht, erhöht die Nachfrage nach dem Dollar und reduziert den Wert der eigenen Währung auf dem Markt. Dies mag auf den ersten Blick schlüssig erscheinen.

Auf den zweiten Blick wirkt diese Erklärung willkürlich. Denn die Händler am Devisenmarkt wissen, dass diese Obergrenzen existieren und wie sie wirken. Die Preise also werden künstlich manipuliert. Daher ist es nicht verwunderlich, wenn die Kurse der Staatsanleihen in Argentinien wie geschehen weiter absacken. Der Gegenwert der Forderungen aus Sicht der Gläubiger sinkt – weil der Peso schwächer wird. Ein schwächerer Peso aber führt zu einem höheren Aufwand, um die Dollar-Schulden zu bedienen. Damit sinkt die Zahlungsfähigkeit der Regierung weiter. Deshalb sind die Stützungsmaßnahmen auf der einen Seite nachvollziehbar, auf der anderen Seite erhöhen sie die Panik.

Der Bankrun ist die logische Konsequenz. Die Menschen werden sich wundern, dass die Bankkonten gar nicht so viel reales Geld haben, wie sie möglicherweise denken. Der Großteil der Einlagen sind stets elektronisch. Ein Phänomen, das wir nach allen Regeln der Wahrscheinlichkeit ähnlich auch in der Euro-Zone erleben werden. Lesen Sie mehr dazu hier.

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