Strauss-Kahn als Geheimwaffe der Sozialisten

gaddafi

Der Skandal um Dominique Strauss-Kahn sei nichts anderes als eine politische Intrige. Das hat der Ex-Leiter des Internationalen Währungsfonds (IWF) zu Journalisten der britischen Zeitung „The Guardian“ erklärt. Als Schuldigen an allen seinen  Unglücken sieht Strauss-Kahn die nächste Umgebung des jetzigen französischen Präsidenten. Beobachter schließen nicht aus, dass der ehemalige IWF-Chef Intrigen zum Opfer gefallen sei. Gleichzeitig sei eine solche Erklärung ein weiterer gewichtiger Pflasterstein in den Gemüsegarten von Nicolas Sarkozy.

Dominique Strauss-Kahn wurde im Mai des vergangenen Jahres in den USA verhaftet. Er wurde beschuldigt, ein Zimmermädchen des New Yorker Hotels Sofitel vergewaltigt zu haben. Der (zu jener Zeit noch im Amt befindliche) IWF-Chef leugnete seine Schuld und im Endergebnis  scheiterte das Verfahren. Doch er verlor seinen Posten und war außerstande, seine Kandidatur für die Wahl des Präsidenten Frankreichs vorschlagen zu lassen.

Werden nun die Leichen aus Sarkozys Keller hervorgeholt?

Die Pariser Massenmedien erörterten im vergangenen Jahr intensiv die Frage, ob die französischen Führer imstande wären, den Zwischenfall mit dem „amerikanischen Zimmermädchen“ zu arrangieren, um Strauss-Kahn im voraus aus dem Wettstreit um die Präsidentschaft auszuschalten. Im Interview mit „The Guardian“ erzählte der einstige IWF-Chef, dass man ihn einige Monate vor den Ereignissen im Hotel zu beschatten und seine Telefongespräche abzuhören begonnen hätte. Die von Strauss-Kahn verpflichteten Detektive hätten sogar festgestellt, dass einige Mitarbeiter von Sofitel Kontakte zu französischen Geheimdiensten pflegen könnten. Jedoch hat der Finanzmann diesen Sachverhalt auf die leichte Schulter genommen: Seinen eigenen Worten zufolge sei er „politisch naiv“ gewesen und habe nicht daran geglaubt, dass Agenten der Geheimdienste so weit gehen würden. Nichtsdestoweniger sind sie sogar noch weiter gegangen. Im März 2012 wurde gegen Strauss-Kahn in Frankreich die Beschuldigung erhoben, an der Kuppelei im Bestand einer kriminellen Gruppe mitbeteiligt zu sein. Laut Gesetz wird dies mit einer Gefängnishaft für die Dauer bis zu 20 Jahren geahndet. Die Untersuchung behauptet, der ehemalige IWF-Chef habe sich an Partys in Paris, Brüssel und Washington beteiligt, zu denen Prostituierte geladen worden seien.

Natürlich liegen heute keine Beweise dafür vor, dass man Strauss-Kahn absichtlich  von der politischen Arena beseitigt habe. Jedoch bringe einen das Gesamtbild auf den Gedanken an ein solches Szenario, gibt der französische Journalist, Dimitri de Koschko, zu.

„Freilich besteht ein solcher Verdacht. Vielleicht hat jemand auch in Amerika seine Hand im Spiel gehabt, zumindest zu Beginn dieser Angelegenheit. Und dann wurde der Fall durch einen Skandal im Norden Frankreichs fortgesetzt, möglicherweise hat auch Sarkozy dazu verholfen. Es ist nur natürlich, dass sich Strauss-Kahn verteidigen wird. Denn Sarkozy hat ihn neulich auf einer Wahlkundgebung beschuldigt, eine amoralische Person zu sein. Natürlich musste Strauss-Kahn dies erwidern.“

Analysten stellen fest, dass man das Interview von Strauss-Kahn in erster Linie als Stellungnahme einer namhaften Persönlichkeit der sozialistischen Partei betrachten müsse. Habe dies doch gerade in der Zeit zwischen der ersten und der zweiten Runde der Wahl des Präsidenten Frankreichs erklungen, hebt Maxim Minajew, Experte des Zentrums für politische Konjunktur, hervor.

„Er hat einen unverkennbaren politischen Hintergrund. Strauss-Kahn spielt für Hollande mit der Zielsetzung, einen Schlag gegen Sarkozy zu führen. Das ist eines der Elemente der Wahlkampagne, seine Orientierung auf die Wählerschaft lässt keine Zweifel aufkommen: Das Thema Sarkozys Schuld wird ausgespielt werden.“

Es sei daran erinnert, dass Strauss-Kahn zum Zeitpunkt seiner Verhaftung im Mai des vergangenen Jahres François Hollande übertraf, was die Popularität unter den französischen Sozialisten anbelangte. Im Interview mit „The Guardian“ hat der Finanzmann erklärt, er hätte die Wahl gegen Sarkozy gewonnen, wenn er sich daran hätte beteiligen dürfen. In der ersten Runde der Wahl des französischen Präsidenten, die am 22. April stattgefunden hat, hat Sarkozy den zweiten Platz belegt. Sein Rivale, Hollande, hat den jetzigen Präsidenten um anderthalb Prozent übertroffen. Die zweite Runde ist für den 6. Mai angesetzt, und die soziologischen Befragungen verheißen einen Sieg des Kandidaten von der sozialistischen Partei. Anderthalb Prozent, das ist nicht allzu viel, und so kommt es darauf an, etwas Brennholz in das Lagerfeuer der Sozialisten nachzulegen. Und wer sollte dies tun, wenn nicht der Sozialist Strauss-Kahn, der, wie es scheint, nichts mehr zu verlieren hat?

http://german.ruvr.ru/2012_04_29/73307245/



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