Studentinnen holen Lebensmittel aus Supermarkt-Müll und werden verurteilt

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„Containern“ heißt es, wenn sich Menschen von Supermärkten weggeworfene Lebensmittel aus den Müllcontainern holen. Zumeist sind es Menschen, die kein Geld haben. Manche protestieren damit gegen den Kapitalismus. Nach Auffassung deutscher Juristen ist das aber Diebstahl.

In Fürstenfeldbruck bei München sind jetzt zwei Studentinnen vom Amtsgericht verurteilt worden. Sie haben Lebensmittel aus dem Müllcontainer eines Edeka-Marktes gefischt und sind dabei „erwischt“ worden.

Sie hatten Gemüse, Säfte und abgelaufene Milchprodukte aus dem Müll geholt und wollten mit dem Fahrrad gerade wegfahren, als sie von zwei Polizisten aufgehalten wurden. Die beiden Studentinnen wurden von den Polizisten nach Waffen durchsucht, dann wurden sie aufgefordert, die Lebensmittel wieder wegzuwerfen. Zudem stellten die Polizisten Strafanzeige.

Die Studentinnen, die gegen Lebensmittelverschwendung sind, arbeiten ehrenamtlich bei der Tafel. Sie wollen nun mit Politikern ins Gespräch kommen, um öffentlich gegen die Lebensmittelverschwendung einzutreten. Zudem wollen sie künftig anderen Menschen helfen, die wegen „Containerns“ vor Gericht stehen.

Zudem haben sie eine Petition gestartet, die sich an Bundesjustizministerin Barley und den Vorstandschef von Edea richtet. Bereits mehr als 90.000 Menschen haben unterzeichnet. Damit wollen sie möglicherweise gegen das Gerichtsurteil vorgehen. Vorbild ist für die beiden Studentinnen Frankreich, wo es Supermärkten schon lange verboten ist, noch genießbare Lebensmittel wegzuwerfen. Die Lebensmittel, die sonst im Müll landen, müssen von den Supermärkten verschenkt werden.

Die Studentinnen selbst sehen sich nicht als Diebinnen. Nachdem der Supermarkt die Waren bereits entsorgt hätte, sei ja kein Schaden entstanden, als sie die Lebensmittel aus dem Müll mitgenommen hätten.

Viele Supermärkte in Deutschland werfen noch immer massenhaft genießbare Lebensmittel weg. Nach diesen Lebensmitteln im Müll zu suchen, ist für viele Menschen in prekären Lebensverhältnissen in Merkel-Deutschland zur bitteren Realität geworden. Wäre der Bundesregierung tatsächlich etwas daran gelegen, die sozialen Missstände in diesem Land zu beheben, würde sie „Containern“ nicht mehr unter Strafe stellen und die Supermärkte gesetzlich dazu verpflichten, die für den Müll vorgesehenen Lebensmittel an Bedürftige zu verschenken.

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