Studie prophezeit: Sozialausgaben explodieren – Kommt bald Rente mit 70?

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Nach Aussagen einer Bertelsmannstudie sollen die Ausgaben für Soziales von 890 Milliarden Euro auf 1,6 Billionen bis zum Jahr 2045 steigen. Selbst der Zuwachs durch Einwanderer soll der Studie zufolge bei Weitem nicht dazu ausreichen, um der demografischen Alterung entgegenzuwirken. Ökonomen der Ruhr-Universität Bochum fordern deshalb von der Bundesregierung, ein Maßnahmenpaket zu schnüren, zu dem auch die Rente mit 70 oder darüber hinaus gehört.

Demnach soll die Bevölkerung in Deutschland in den kommenden Jahren stark altern, trotz steigender Geburtenraten. Zuwanderung und höhere Geburtenzahlen sollen laut Studie kaum Entlastung für die Bewältigung der alterungsbedingen Lasten bringen. Ein 2010 Geborener dürfte demnach etwa 741.000 Euro an Sozialbeiträge bezahlen. Ein 1970 Geborener hingegen „nur“ 570.000 Euro. Das sei eine Mehrbelastung von 171.000 Euro. Immer mehr Ältere würden von immer weniger Jüngeren bezahlt, heißt es.

Während die Sozialabgabenquote bei 1940 geborenen Rentnern bei 34,2 Prozent lagen, drohe den heutigen Kindern über ihr gesamtes Erwerbsleben hinweg eine Sozialabgabenquote von rund 54,1 Prozent. Die demografische Alterslast Deutschlands werde sich bereits in wenigen Jahren verschärfen und bis 2040 massiv werden. Die Forscher der Uni Bochum plädieren deshalb für eine langfristige „Nettozuwanderung“ von 250.000 Personen pro Jahr.

Da die Effekte höherer Zuwanderungs- und Geburtenzahlen aber nicht ausreichten, seien weitere Maßnahmen notwendig, so die Ökonomen. Empfohlen werde die Rente mit 70. Die gesetzliche Altersgrenze solle an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden, so der Vorschlag der Ökonomen. Demnach könnte die Regelaltersgrenze linear weiter ansteigen. Auch über 70 hinaus. Zudem müssten Zuwanderer schneller in den Arbeitsmarkt integriert werden. Die Quote berufstätiger Frauen müsste sich denen berufstätiger Männer angleichen. Zusätzlich soll das Arbeitsvolumen, d. h. die Arbeitszeit erhöht werden.

Die Bertelsmann-Stiftung gehört zu den einflussreichsten neoliberalen Think Tanks im Land. Sie propagiert wirkungsvoll die Privatisierung von staatlichen Bereichen. Über verschiedene Mittel nimmt die Stiftung Einfluss auf Politik und Gesellschaft. Zudem sucht die Stiftung den direkten Kontakt mit Entscheidungsträgern. Seit der Regierung Schröder hat der Einfluss der Stiftung auf die höchsten bundesdeutschen Gremien zugenommen.

Mittels gemeinsamer Projekte mit Wirtschaft und Politik lenkt die Bertelsmann Stiftung die wissenschaftliche und politische Debatte in ihre Richtung, angefangen bei der Reform des Arbeitsmarktes durch die Hartz-IV-Kommission bis zur Umwandlung der Hochschullandschaft. Die Darstellung der explodierenden Sozialausgaben dient nur einem Ziel: den Bürger weiter zu schröpfen und dem sukzessiven Abbau des Sozialstaates. Anstatt noch mehr Geld in die Rüstung zu stecken, könnte die Regierung diese Milliarden im Sozialbereich einsetzen. Damit ließen sich viele Probleme lösen.

 

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