Süd-Sudan – eine neue Kolonie des Imperiums

nach einem Artikel von Glen Ford (Übersetzung politaia.org)

sudanDie USA, sie sich brüsten, dass die Unabhängigkeit des Süd-Sudan Washington zu verdanken sei, scheinen drauf und dran zu sein, die Souveränität der neuen Nation einzusacken. Die uniformierten Warlords des Sudan sind in Kämpfe verstrickt und nun fordern die üblichen amerikanischen “Experten”, dass die USA die Treuhandschaft über das Land übernehmen sollen, vor allem Dingen aber über sein Öl.

Seit Jahrzehnten haben die USA und Israel versucht, den Sudan aufzuteilen, der geographisch die größte Nation Afrikas darstellte. Die Sezession des Süd-Sudan war ein spezielles Projekt Israels, dessen beständigste und fundamentale Außenpolitik darauf beruht, Chaos und Zersetzung in der muslimischen und arabischen Welt zu verbreiten. Der  Sudan, der unter der Kontrolle des vorwiegend muslimischen Nordens steht, trat unmittelbar nach seiner Unabhängigkeit 1956 der Arabischen Liga bei. Seitdem versuchte Israel, den Sudan zu destabilisieren, einmal, um den “arabisierten” Afrikanern einen Schlag zu versetzen, zum anderen, um sich den Christen auf dem Kontinent anzubiedern.

garang_sudan
John Garang

Während des ersten sudanesischen Bürgerkrieg erhielt John Garang, der zum Führer der Sudanesischen Volksbefreiungsarmee aufstieg, im Jahre 1970 eine Militärausbildung in Israel. Aber Garang wollte den Süd-Sudan in einer Föderation mit einem geeinten Sudan halten.Im Jahre 2005 wurde Garang im Rahmen einer umfangreichen Friedensvereinbarung zum Präsidenten des gesamten Sudan und gleichzeitig der Premierminister des südlichen Landesteils. Sechs Monate später starb er bei einem mysteriösen Helikopterabsturz.  Auf ihn folgte Salva Kiir, der mit einem schwarzen Cowboyhut herumläuft, den er 2006 von Präsident Bush erhalten hatte.

Unter Bill Clinton wurde die Balkanisierung des Sudan zur Obsession; er ließ 1998 eine Pharmaziefabrik in der Hauptstadt Karthum bombardieren und behauptete, es wäre eine Chemiewaffenfabrik gewesen. Nach 9/11 rückte der Sudan an die Spitze der Feindesliste von Präsident Bush. Die USA und Israel sorgten für Waffen und für die Ausbildung von Rebellengruppen im west-sudanesischen Darfur und eröffneten damit eine weitere Front im Bürgerkrieg.

Präsident Obama kam in dem Jahr ins Weiße Haus, nachdem AFRICOM das Licht der Welt erblickt hatte und zwei Jahre vor dem Unabhängigkeits-Referendum im Süd-Sudan. Da der Großteil von Afrika nun unter der Fuchtel des US-Militärs stand, ließ Washington alle diplomatischen Floskeln fallen und rühmte sich öffentlich, der Pate des im Juli 2011 entstandenen Süd-Sudan zu sein. Der Norden unter der Hauptstadt Karthum verlor die meisten seiner Ölquellen. China, das vor der Aufteilung des Sudan 20 Milliarden Dollar investiert hatte, hatte allen Grund, besorgt zu sein und versprach dem Süd-Sudan nach der Unabhängigkeit weitere 8 Milliarden Dollar — aber nun stolzieren die Amis herum, als gehöre der Platz ihnen.

Dann kam der Kollaps, als das südsudanesische Militär in seine Warlords-Komponenten zerbrach. Plötzlich spricht die politische Klasse der USA über die Übernahme der Souveränität des Landes. In der New York Times ruft der ehemalige Sondergesandte der USA für den Süd-Sudan, Princeton Lyman, die UNO auf, die Rolle des Schutzherrn des Landes zu übernehmen, mit der Aufsicht über die Ökonomie und (natürlich) über die Ölfelder. Ein anderer Außenpolitik-“Experte” des Establishments, G. Pascal Zachary, fordert die USA auf, die “Treuhandschaft” über den Süd-Sudan zu übernehmen, einschließlich der Kontrolle des Militärs und der Polizei. Das klingt ganz nach Haiti, dem Land, dem 2004 George Bush die Unabhängigkeit stahl und das jetzt unter der “Schutzherrschaft” der UN steht, oder besser gesagt, unter der Knute der USA, Frankreichs, Kanadas und jeder Firma, die dort einen Ausbeutungsbetrieb errichten will. Was die allmächtigen USA geben, können sie auch wieder wegnehmen.

Was haben die Süd-Sudanesen gewonnen? Mit Sicherheit keine Unabhängigkeit. Sie sind nur ein weiterer ölreicher Fleck auf der neokolonialen Karte des US-Imperiums.

http://www.globalresearch.ca/south-sudan-when-the-empire-is-your-liberator-youre-not-really-independent/5365007

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen