Syrerinnen wehren sich

Von den circa 23 Millionen Menschen in Syrien, sind 51 Prozent Frauen. Dieses Land schloss sich 2002 der Arabischen Frauenorganisation AWO an. Syrien unterschrieb das Abkommen über die Bekämpfung von Frauendiskriminierung und gründete einen Nationalen Familienrat.

Bevor die Aufstände in Syrien begannen, waren die Frauen in Syrien im Vergleich zu anderen arabischen Staaten in einer  besseren Situation. Insbesondere nachdem die Verantwortungsträger dieses Landes ab 2005  eine Politik betrieben, die klarer als in der Vergangenheit war, haben die Syrerinnen eine angemessene Rolle und Position in verschiedenen Bereichen erreichen können. Zurzeit gehören 32 der 250 Parlamentsmandate weiblichen Abgeordneten. Aber in einigen arabischen Ländern wie in Katar und Saudi Arabien gibt es keine einzige Frau im Parlament.

Leider haben nun die Krisenzustände in Syrien, welche durch die Verschwörungen  der westlichen Regierungen und ihrer arabischen Verbündeten zustandekamen, den syrischen Frauen viel Leid beschert.

Es sind nicht nur viele Zivilisten, darunter Frauen und Kinder  bei den Auseinandersetzungen umgekommen oder verletzt worden, sondern es wurde  auch eine große Zahl von syrischen Frauen und Mädchen Opfer von Vergewaltigungen durch die Terroristen.

Die internationalen Organisationen haben sich aber lediglich mit Berichten über diese erbarmungslosen Taten begnügt und sind  mehr oder weniger nur Zuschauer gewesen. Selbst die Arabische Frauenorganisation, von der erwartet wurde, dass sie den syrischen Frauen hilft, hat die Syrerinnen alleine gelassen und verdeutlicht, dass sie zu den fremdabhängigen arabischen Führern hält.

In einem der wenigen relevanten Berichte hat das internationale Rettungskomitee IRC mit Sitz in den USA unter dem Titel Syrien- eine Regionalkrise – von den zahlreichen Vergewaltigungen  syrischer Frauen während des Krieges in diesem Land berichtet.  Laut diesem erschütternden Bericht  werden Frauen und junge Mädchen Opfer von Einzel- oder Gruppenvergewaltigungen durch bewaffnete Aufständische in Syrien.  Viele von ihnen haben im Gespräch mit diesem Komitee gesagt, dass ihnen auf der Straße und an öffentlichen Plätzen in den Städten, die in den Krieg verwickelt waren, Gewalt angetan wurde  oder   die bewaffneten Personen sich, nachdem sie in die Häuser eingedrungen waren, vor den Augen der Familienmitglieder an den Frauen oder Töchtern vergriffen.
Laut diesem Bericht  haben 240 der Frauen und Mädchen in den syrischen Flüchtlingslagern in Libanon und Jordanien gesagt, dass die bewaffneten Gegner von Baschar Assad  an den Kontrollposten oder bei nächtlichen Überfällen auf Unterschlüpfe auf dem Fluchtweg, Frauen und Mädchen verschleppt und sie gequält und missbraucht haben.

Das Internationale Rettungskomitee ist davon überzeugt, dass die Vergewaltigung von Frauen in Syrien  zu einer Kriegsstrategie geworden ist.

Die Haupturheber für die Unruhen in Syrien sind fanatische Salafiden. Mit finanzieller Unterstützung der USA, Saudi Arabiens und Katars streben sie nach Vernichtung der Regierung von Baschar Assad und Hervorrufung von Verbrechen und Konflikten in Syrien.  Ihr unrechtmäßiges Eindringen in Syrien und die Massaker unter der Bevölkerung begründen sie mit  verschiedenen haltlosen Behauptungen, wie zum Beispiel Unterstützung der syrischen Bevölkerung gegenüber dem Regime, und deren Befreiung von dem Joch der Regierung und Vernichtung der Alawiten in Syrien.  Aber die Salafiden haben in den letzten beiden Jahren bewiesen, dass sie der syrischen Bevölkerung nicht helfen, sondern grausame Verbrechen an ihr begehen.  Die brutalen Morde an syrischen Zivilisten und Militärs und die Vergewaltigung von Frauen  sind nur ein Teil ihrer gewaltigen Verbrechen.   Die Übergriffe auf syrische Frauen geschehen, obwohl die wahhabitischen Salafiden die Vergewaltigung einer Frau als ein unverzeihliches großes Verbrechen betrachten, welches mit der Todesstrafe geahndet wird.

Die Wahhabiten halten die Zeitehe, die der Islam unter bestimmten Umständen mit Einverständnis beider Seiten erlaubt, für unzulässig und haben  die Muslime und besonders die Schiiten immer wieder wegen der Erlaubnis der Zeitehe herabgesetzt und schwer verunglimpft.

Aber jüngst hat  Mohammed Al Arifi, ein fanatischer wahhabitischer Mofti der Saudis in einem Gutachten  den Paramilitärs, die gegen die syrische Regierung Krieg führen, gestattet für einige Stunden eine Ehe mit syrischen Frauen zu schließen.  Er erklärte in seiner Fitwa, dass dieses Gebot für syrische Mädchen ab 14 Jahren gilt und sie eine Zeitehe mit den Terroristen in Syrien eingehen sollen.  Damit wird  offensichtlich, dass dieser Syrien-feindliche Mofti mit seiner Fitwa , welche in der sunnitischen Lehre unzulässig ist,  nicht nur die Maßlosigkeit der bewaffneten Terroristen , die Baschar Assad bekämpfen,  anerkennt,  sondern in Wahrheit den scheußlichen Taten der Salafiden einen religiösen Anstrich gibt, um sie zu beschönigen.

Vor kurzem hat eine UN-Hilfsdelegation für Menschenrechte mitgeteilt, dass türkische Militärs sich an den Mädchen und Frauen aus Syrien, die in den türkischen Grenzlagern Zuflucht gesucht haben, vergreifen. Es war nicht das erste Mal, dass die bedauerliche Nachricht von Vergewaltigungen schutzsuchender Frauen aus Syrien in türkischen Lagern an die Öffentlichtkeit kam.    Voriges Jahr  gab es bereits mehrere Mitteilungen dieser Art. Einige der Frauen haben unter Wahrung der Anonymität im syrischen Fernsehen diese Schandtaten enthüllt.

In dem Bericht der UN-Hilfsdelegation steht, dass circa 29 Tausend Syrer in den Lagern in der Türkei untergebracht wurden und bis zur Anfertigung des Berichtes mehr als 800 Fälle  der Vergewaltigung syrischer Frauen in diesen Lagern vorgekommen waren.  Die syrischen Flüchtlinge kommen meistens aus den Grenzstädten Syrien und verlassen ihre Heimat aus Angst vor den Angriffen der bewaffneten  Personen und deren Auseinandersetzung mit der syrischen Armee.

Die Hauptunterstützer der Aufständischen und Terroristen in Syrien sind die westlichen und arabischen Staaten sowie die türkische Regierung. Sie rüsten die Aufrührer auf und haben dadurch eine Zunahme der Unruhen in diesem Land verursacht. Aber sie schweigen über die menschlichen Tragödien wie die Vergewaltigung von geflüchteteten syrischen Frauen und Mädchen seitens der türkischen Armeeangehörigen.

Hoda, die Opfer eines solchen Gewaltaktes wurde, sagte,  in der Stadt Dschissr Al Schughur hätten Leute propagiert, dass Syrer, die in die Türkei kommen, die türkische Staatsbürgerschaft erhalten  würden.  Sie weiter: „Am ersten Tag haben sie uns in ein Lager auf türkischen Boden gebracht und  uns genügend zu Essen und Trinken gegeben. Am zweiten Tag war es genauso und wir waren voller Hoffnung, dass wir bald ein neues Leben beginnen können. Aber dann tauchten einige bewaffneten Türken auf und wir erlebten den größten Albtraum.“

Die syrischen Frauen haben trotz aller Probleme und Unsicherheit nun selber eine Initiative gegenüber den Eindringlingen ergriffen. Sie gründeten   eine Einheit,  die Frauen für die Verteidigung ausbildet.  Sie bilden die Freiwilligen unter anderem  für bewaffnete Angriffe auf die Kontrollposten der Aufständischen    und in militärischen Kampfstrategien aus.

Eine solche Ausbildungseinheit wurde zum ersten Mal in der Stadt Homs für Frauen von 18 bis 50 organisiert.  Eine Gruppe von bewaffneten Frauen bewacht das Trainingslager und eine andere überprüft an den eigenen Kontrollposten in der Stadt die Fahrzeuge auf Waffen und Munition.

Ramazan, eine Vierzigjährige , die in dieser Einheit ausgebildet wurde, sagt: „Bevor ich lernte, wie man mit einer Waffe umgeht, hatte ich nicht den Mut alleine im Hause zu bleiben, denn ich fürchtete mich vor einem Angriff. Deshalb habe ich mich freiwillig gemeldet, damit ich militärisch ausgebildet werde und mich selbst und mein Land verteidigen kann. Frau Nada Dschadscha`, eine der Ausbilderinnen meint: „Dies ist kein normaler Krieg. Der Feind ist diesmal anders.  Diesmal kommen die Feinde aus unserer eigenen Verwandschaft und aus der Nachbarschaft oder bestehen in den Waffen liefernden Nachbarländern. Sie töten Syrer und richten ein Massaker unter ihnen an. Es ist ein wilder Krieg.“

Das Schweigen der arabischen Staaten und der arabischen und nicht-arabischen Frauenrechtler gegenüber der Gewalt, welche die Terroristen in Syrien begehen, ist nicht zu entschuldigen.

Das Töten und die wüsten Vergewaltigungen durch Aufständische  und das bedeutungsvolle Schweigen von Organisationen und Regierungen, die angeblich die Menschenrechte verteidigen, bürgen für den Niedergang der Menschlichkeit im heutigen Zeitalter.

Die Frauen in Syrien haben  jedoch begriffen, dass sie außer Gott keinen anderen haben, der sie beschützt und deshalb versuchen sie in Vertrauen auf die göttliche Hilfe und durch ihre Eigeninitiative  die Übeltäter aus ihrem Land  zu vertreiben und wieder ein sicheres und warmes Zuhause für ihre Familien herzustellen.

http://german.irib.ir/analysen/beitraege/item/219051-syrerinnen-wehren-sich

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Eine Volks-Armee als Anti-Guerilla-Kraft

von Thierry Meyssan

In einem Guerillakrieggehört der Sieg dem, der die Unterstützung des Volkes genießt. Deshalb hat Syrien kürzlich Volksmilizen aufgestellt, um die vom Westen und den Golfmonarchien unterstützen Contras zurückzudrängen. Nach drei Monaten sieht man ein spektakuläres Ergebnis: Die Gegenden, wo die Milizen schon agieren, haben sich stabilisiert.

Am Ende des zweijährigen Kampfes ist es klar, dass die für einen konventionellen Krieg entworfene syrische-arabische Armee nicht in der Lage ist, um das Land zu verteidigen und zu stabilisieren und gleichzeitig ihre primäre Aufgabe zu erfüllen. Sie besiegte ohne Schwierigkeiten die Dschihadisten, wann immer sie sich gesammelt hatten, aber sie hat nicht die Fähigkeit, eine bewegliche Guerilla zu bekämpfen, die ihre Unbeliebtheit in der Bevölkerung durch eine leistungsstarke ausländische Logistik-Hilfe kompensiert.

Letztlich hat sich Syrien entschlossen, eine neue Strategie anzuwenden, die überall in der Welt ihren Erfolg bewiesen hat, wo eine solche Situation vorherrscht: die Schaffung von zivilen Milizen, die den Leuten ermöglichen, ihr eigenes gut bekanntes Dorf oder ihr Stadtviertel zu verteidigen. Diese “Nationale Verteidigung-Armee“, deren Mitglieder aus den Volksausschüssen kommen, ist nun Teil der syrischen arabischen Armee und man muss seinen Militärdienst absolviert haben, um ihr beitreten zu können.

Mao Zedong sagte, um zu siegen, müssen die Guerilleros „in der Bevölkerung wie ein Fisch im Wasser schwimmen“. Jedoch zeigte sich die Freie Syrische Armee [FSA] dazu nicht imstande. Sobald sie eine Zone beherrschte, beging sie Missbrauch und die Bewohner lehnten sich gegen sie auf.

Für einen Sieg muss die syrische arabische Armee da, wo die Dschihadisten gescheitert sind, erfolgreich sein: Sie muss sich “in der Bevölkerung wie ein Fisch im Wasser” bewegen. Obwohl sie als Wehrpflicht-Armee aus der Bevölkerung stammt, ist die syrische Armee alleine überfordert, weil ihre nationale Organisation sie von den lokalen Realitäten abschneidet. Sie muss sich daher auf eine vermittelnde Kraft stützen, die ihr als Relais bei der lokalen Bevölkerung dient, in jedem Dorf und jedem Stadtviertel.

Die Nationale Verteidigungs-Armee unterliegt einer strengen Disziplin. Waffen und Uniformen werden Freiwilligen, jungen Männern und junge Frauen, nur nach genauer Prüfung ausgehändigt. Infolgedessen müssen die hie und da von lokalen Mandatsträgern wahllos angeheuerten Muskelmänner und Sicherheitsleute dieser Miliz beitreten oder nach Hause gehen. Weiterhin endet der mögliche Missbrauch von diesen schweren Jungs, sobald die Nationale Verteidigungs-Armee in einem Dorf oder Stadtviertel aufgebaut ist. Das Phänomen der Shabihas verschwindet.

Das Beispiel, das im Nahen Osten sofort in den Sinn kommt, sind die Basidsch-e Mostaz’afin vom Iran, die bereits als Modell für die libanesische Hisbollah dienten. Teheran, das sich weigerte, seine Revolutions-Wächter im syrischen Gebiet einzusetzen, hat sich jedoch bereit erklärt, die Rekruten der Nationalen Verteidigungs-Armee zu empfangen und zu trainieren. Es war nicht einfach, weil die Iraner sich anpassen müssen, wenn sie Rekruten schulen, die nur selten Schiiten sind und arabisch sprechen, und die auch nicht beabsichtigten, zu konvertieren.

Es ist ein Ereignis, das die regionale geopolitische Situation grundlegend ändert. Einerseits, weil diese paramilitärische Kraft die Dörfer und Gebiete, wo sie bereits etabliert ist, schnell stabilisierte und andererseits, weil jetzt die Basidsch und die Hisbollah einen kleinen Bruder bekommen haben, mit der gleichen Ausbildung wie sie, aber als gemischte und multikonfessionelle Einheit; ausgebildet im säkularen Baath-Geist, aber nicht in dem Geist der islamischen Revolution.

Obwohl eines der vom Westen gewollten Hauptziele des Krieges gegen Syrien die Installierung einer Regierung war, die mit der Hisbollah und Iran brechen sollte, wie es Burhan Ghaliun selbst in einem Interview mit dem Wall Street Journal bestätigte, wurde der gegenteilige Effekt erzielt. Der gemeinsame Widerstand führt zu einem Zusammenschluss dieses Blocks trotz der religiösen und politischen Unterschiede.

Vor acht Monaten enthüllte Sayed Hassan Nasrallah, dass während des 33 Tage- Krieges der damalige syrische Verteidigungsminister, General Hassan Tourekmani, persönlich den Einsatz der Waffen des Widerstands im Libanon überwacht habe. Dann sagte er, dass die Hisbollah ihre Waffenbrüder von der syrischen-arabischen Armee nicht fallenlassen würde, falls sie in Schwierigkeiten gerieten. Die Gründung der Armee der Nationalen Verteidigung wird sicherlich das Bündnis, jenseits der politischen Entscheidungen, durch menschliche Beziehungen stärken.

Dies wird sicherlich auch einen Einfluss auf die bewaffnete Abteilung der Hisbollah haben, auch Frauen in ihren Reihen einzubinden und sich den vielen verschiedenen Glaubensrichtungen des Libanon zu öffnen.

Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article177614.html

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