Syrien: Eine Nationale Volksmiliz gegen die Terrorbanden

Eine Volks-Armee als Anti-Guerilla-Kraft

von Thierry Meyssan

In einem Guerillakrieggehört der Sieg dem, der die Unterstützung des Volkes genießt. Deshalb hat Syrien kürzlich Volksmilizen aufgestellt, um die vom Westen und den Golfmonarchien unterstützen Contras zurückzudrängen. Nach drei Monaten sieht man ein spektakuläres Ergebnis: Die Gegenden, wo die Milizen schon agieren, haben sich stabilisiert.

Am Ende des  zweijährigen Kampfes ist es klar, dass die für einen konventionellen Krieg entworfene syrische-arabische Armee nicht in der Lage ist, um das Land zu verteidigen und zu stabilisieren und gleichzeitig ihre primäre Aufgabe zu erfüllen. Sie besiegte ohne Schwierigkeiten die Dschihadisten, wann immer sie sich gesammelt hatten, aber sie hat nicht die Fähigkeit, eine bewegliche Guerilla zu bekämpfen, die ihre Unbeliebtheit in der Bevölkerung durch eine leistungsstarke ausländische Logistik-Hilfe kompensiert.

Letztlich hat sich Syrien entschlossen, eine neue Strategie anzuwenden, die überall in der Welt ihren Erfolg bewiesen hat, wo eine solche Situation vorherrscht: die Schaffung von zivilen Milizen, die den Leuten ermöglichen, ihr eigenes gut bekanntes Dorf oder ihr Stadtviertel zu verteidigen. Diese “Nationale Verteidigung-Armee“, deren Mitglieder aus den Volksausschüssen kommen, ist nun Teil der syrischen arabischen Armee und man muss seinen Militärdienst absolviert haben, um ihr beitreten zu können.

Mao Zedong sagte, um zu siegen, müssen die Guerilleros „in der Bevölkerung wie ein Fisch im Wasser schwimmen“. Jedoch zeigte sich die Freie Syrische Armee [FSA] dazu nicht imstande. Sobald sie eine Zone beherrschte, beging sie Missbrauch und die Bewohner lehnten sich gegen sie auf.

Für einen Sieg muss die syrische arabische Armee da, wo die Dschihadisten gescheitert sind, erfolgreich sein: Sie muss sich “in der Bevölkerung wie ein Fisch im Wasser” bewegen. Obwohl sie als Wehrpflicht-Armee aus der Bevölkerung stammt, ist die syrische Armee alleine überfordert, weil ihre nationale Organisation sie von den lokalen Realitäten abschneidet. Sie muss sich daher auf eine vermittelnde Kraft stützen, die ihr als Relais bei der lokalen Bevölkerung dient, in jedem Dorf und jedem Stadtviertel.

Die Nationale Verteidigungs-Armee unterliegt einer strengen Disziplin. Waffen und Uniformen werden Freiwilligen, jungen Männern und junge Frauen, nur nach genauer Prüfung ausgehändigt. Infolgedessen müssen die hie und da von lokalen Mandatsträgern wahllos angeheuerten Muskelmänner und Sicherheitsleute dieser Miliz beitreten oder nach Hause gehen. Weiterhin endet der mögliche Missbrauch von diesen schweren Jungs, sobald die Nationale Verteidigungs-Armee in einem Dorf oder Stadtviertel aufgebaut ist. Das Phänomen der Shabihas verschwindet.

Das Beispiel, das im Nahen Osten sofort in den Sinn kommt, sind die Basidsch-e Mostaz’afin vom Iran, die bereits als Modell für die libanesische Hisbollah dienten. Teheran, das sich weigerte, seine Revolutions-Wächter im syrischen Gebiet einzusetzen, hat sich jedoch bereit erklärt, die Rekruten der Nationalen Verteidigungs-Armee zu empfangen und zu trainieren. Es war nicht einfach, weil die Iraner sich anpassen müssen, wenn sie Rekruten schulen, die nur selten Schiiten sind und arabisch sprechen, und die auch nicht beabsichtigten, zu konvertieren.

Es ist ein Ereignis, das die regionale geopolitische Situation grundlegend ändert. Einerseits, weil diese paramilitärische Kraft die Dörfer und Gebiete, wo sie bereits etabliert ist, schnell stabilisierte und andererseits, weil jetzt die Basidsch und die Hisbollah einen kleinen Bruder bekommen haben, mit der gleichen Ausbildung wie sie, aber als gemischte und multikonfessionelle Einheit; ausgebildet im säkularen Baath-Geist, aber nicht in dem Geist der islamischen Revolution.

Obwohl eines der vom Westen gewollten Hauptziele des Krieges gegen Syrien die Installierung einer Regierung war, die mit der Hisbollah und Iran brechen sollte, wie es Burhan Ghaliun selbst in einem Interview mit dem Wall Street Journal bestätigte, wurde der gegenteilige Effekt erzielt. Der gemeinsame Widerstand führt zu einem Zusammenschluss dieses Blocks trotz der religiösen und politischen Unterschiede.

Vor acht Monaten enthüllte Sayed Hassan Nasrallah, dass während des 33 Tage- Krieges der damalige syrische Verteidigungsminister, General Hassan Tourekmani, persönlich den Einsatz der Waffen des Widerstands im Libanon überwacht habe. Dann sagte er, dass die Hisbollah ihre Waffenbrüder von der syrischen-arabischen Armee nicht fallenlassen würde, falls sie in Schwierigkeiten gerieten. Die Gründung der Armee der Nationalen Verteidigung wird sicherlich das Bündnis, jenseits der politischen Entscheidungen, durch menschliche Beziehungen stärken.

Dies wird sicherlich auch einen Einfluss auf die bewaffnete Abteilung der Hisbollah haben, auch Frauen in ihren Reihen einzubinden und sich den vielen verschiedenen Glaubensrichtungen des Libanon zu öffnen.

Übersetzung
Horst Frohlich

http://www.voltairenet.org/article177614.html

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