FNL No. 3 + Ergänzungen

Frontline News – the real stuff: No. 3, 13 June 2012

HOMS -Die Haus zu Haus-Durchsuchungen sind fast abgeschlosssen, dauern aber im nahegelegenen Rastan und im Stadtbezirk Khaldiyeh noch an.

Aufständische und Terroristen entkommen in Richtung Hafeh, wo erst letztes Wochenende die Sicherheit wieder hergestellt wurde. Aber nun versammeln sich dort die Kräfte der Aufständischen und Terroristen aus der Richtung Idlib-Türkei und vereinigen sich mit den flüchtenden Kräften aus Rastan-Homs-Khaldiye.

Diese Truppen versuchen nun eine neue Verteidigungslinie in Hafeh als Ersatz für die verlorene Basis in Homs zu errichten. Hafeh ist ein wichtiger und belebter Transitort in die Türkei und der Ausgangpunkt nach Idlib, von wo aus Transferrouten weiter in den Osten zu den Terroristencamps in der Türkei führen.

Syrische Regierungsbeamte  versuchen nun, an der neuen Frontlinie, die sich nun von Hafeh nach Hassakah in Nordost-Syrien erstreckt, die Einrichtung einer bedrohlichen Pufferzone auf dem eigenen Boden nahe der türkischen Grenze zu verhindern. Laut offiziellen syrischen Angaben hat die neue Führung des “Syrischen Nationalrats” die kurdischen Gruppen aufgefordert, den Rebellen in Hassakah beizutreten; lokale Stammenführer scheinen die Idee im Moment abgelehnt zu haben.

Die syrische Armee fährt mit den Haus-zu-Haus-Durchsuchungen fort, zerstörte eine große Menge von Waffenlagern und; zugleich konzentriert sie sich auf die Verhinderung der vorher erwähnten un Kommunikationsgeräten und gibt an, in den letzten Tagen mehr als 1200 Aufständische und Terroristen getötet zu haben. Zugleich konzentriert sie sich auf die Verhinderung der vorher erwähnten ungesicherten Terrorzone am Grenzgürtel Hafeh-Hassakah.

Einsickernde Terroristen aus den Camps in der Türkei verursachten wiederholt Zusammenstöße in Azaz, einer Stadt im Norden von Aleppo gegenüber der türkischen Stadt Kilis. Vor einem Monat wurden etwa 3000 Infiltranten auf der Linie Idlib-Azaz aufgespürt und die syrische Armee konnte alleine in Aziz 800 von ihnen gefangennehmen oder töten. Der Rest lagerte in Idlib, aber obwohl alle vor einem Monat außer Gefecht gesetzt wurden, gelten Idlib und Azaz durch das kontinuierliche Einsickern von Terroristen aus den türkischen Lagern (weiterhin) als weitere Frontabschnitte.

Azaz ist ein hochwichtiger Durchgang nach Aleppo. Es scheint so, dass die Aufständischen einen Ost-West-Gürtel errichten wollen, der sich von Hafeh nach Idlib via Aleppo und Azaz in das weit östlich gelegene Hassakah erstreckt.

Eine der schrecklichsten Erfahrungen in diesem Krieg ist die Tatsache, dass die Terroristen junge männliche Zililisten zusammentreiben und sie zwingen, gegen die Sicherheitskräfte zu kämpfen. Sie bieten Geld an, erschießen Familienmitglieder, wenn sie sich weigern und gehen soweit, Familienmitglieder der zwangsrekrutierten  Kämpfer in die Türkei zu verfrachten. Wenn sich die Zivilisten weiterhin weigern, Seite an Seite mit den Terroristen und Aufständischen zu kämpfen, läßt man sie nicht  gehen, sondern erschießt sie manchmal kurzerhand, bis zu ganze Familien, wie es in Houla geschah.

Die Terroristen setzten psychologischen Druck ein, um  Zivilisten zum Transport von selbstgebastelten Sprengkörpern zu bewegen: indem sie Geiseln nehmen. Beispielsweise nehmen sie eine Familie als Geisel und befehlen dem Vater, sein Auto in die Nähe militärischer Sicherheitsposten zu fahren. Dann jagen sie das Auto über Fernsteuerung in die Luft. Das passierte gestern in Rastan. Ein ziviles Auto voll mit Sprenstoff wurde gleich neben zwei Panzern über Fernsteuerung in die Luft gejagt. Der Fall kam durch die Frau und die überlebenden Söhne des Fahrers der Autobombe ans Licht.

Alles im allem ist die neue Hafeh-Hassakah-Frontlinie von jetzt an entscheidend. Hadeh ist so wichtig, wie Hama, liegt aber am westlichen Ende des Gebirgszuges: Ein weiterer sehr strategischer Ort an den Rückzugs- und Versorgungsverbindungen von und zur Türkei: Möglicherweise eine neue Hochburg der Aufständischen und Terroristen.

Map: http://mapru.com/de/cat74/3008-.html

http://www.facebook.com/Infoseite.zu.Christoph.Hoerstel

Details zu Homs und Rastan:

Syrien: Haus-zu-Haus-Durchsuchungen nach Aufständischen und Terroristen dauern an

Die Kämpfe entlang der syrischen Mittelmeerküste dauern an.

Wichtigstes Ziel der syrischen Regierung ist es dabei, das syrische Landesinnere vom Nachschub für die Aufständischen und Terroristen abzuschotten.

Von: Christoph Hörstel

HOMS

Haus-zu-Haus-Durchsuchungen nach Aufständischen und Terroristen dauern seit heute Mittag an – wie gestern angekündigt.
Panzer und schwere Artillerie rückten vor, um nach Mitternacht im Norden von Homs den Stadtteil Khaldiyeh. Waffenlager, hauptsächlich Panzerfäuste, Minen, Chemikalien zum Bombenbau, Mörsergranaten und riesige Mengen Patronen und Handgranaten wurden gestern durch Helikopter zerstört, auch durch Panzer- oder Artilleriefeuer. Trotzdem wurden auch heute wieder 14 weitere Waffenlager entdeckt, zumeist in Kellern. Die syrische Armee scheint von Fehlern der Vergangenheit gelernt zu haben und wendete neue Taktiken an: Um schwere eigene Verluste zu vermeiden, rücken nach dem Ende der Beschießungen zunächst Scharfschützen auf die Hausdächer vor.
Schrittweise wird versucht, Verluste unter der Zivilbevölkerung zu vermeiden: Hunderte Terroristen zwingen Zivilisten dazu, sich in nahegelegenen Häusern und Kellern aufzuhalten, wo auch die Waffen und anderer Nachschub aufbewahrt werden. Deshalb werden die Waffenlager auch wo immer möglich erst dann zur Explosion gebracht, wenn die umliegenden Gebiete geräumt sind.
Terroristen flüchten zumeist in kleinen Gruppen in die nahen Berge und zwingen dabei ihre zivilen Geiseln, mitzukommen. Wer sich weigert oder aus körperlichen Gründen nicht mithalten kann, wird getötet. Auf diese Weise häufen sich unter den Zivilisten die Verluste gerade bei Frauen, Kindern und Alten. Männer werden zum Kampf gegen die syrische Armee gepresst, wer nicht mittut, wird ebenfalls getötet.

AL KHALDIYEH

Nach Zeugenaussagen folgen die militärischen Schritte bei Räumungsaktionen in Städten einem einfachen Schema: Zunächst feuert die Artillerie Warnschüsse ab. Dann folgen Beschießungen aus Helikoptern, anschließend feuern die Panzergeschütze. Schließlich nimmt die Artillerie solche Punkte unter Feuer, die zuvor von den Helikoptern und Spähern am Boden ausgemacht wurden. Di gesamte Kommunikation wird von der syrischen Armee überwacht und ausgewertet. Weil alle Stromleitungen abgeschaltet sind, sucht die Armee, die Überprüfungen der einzelnen Stadtviertel bei Tageslicht abzuschließen. Der Stadtteil Khaldiyeh, zwischen Rastan und Homs gelegen, ist besonders wichtig, weil die Aufständischen dort alle möglichen Kommunikationsgeräte gelagert haben und von dort aus auch verteilen. Waffenlager sind dort nicht so häufig – und daraus folgende Kämpfe mit der syrischen Armee deshalb auch nicht so schwer.

RASTAN

ist ein nationales Zentrum für Logistik und Transportwesen der Aufständischen. Deshalb hat die syrische Armee alle Schnellstraßenverbindungen dorthin zerstört. Und vor der Belagerung zerstörten Panzer auch noch die nicht asphaltierten Fluchtwege.
Beschossene Gebäude brennen unter starker Rauchentwicklung nicht wegen der verwendeten Munition, sondern besonders dann, wenn Nachschublager in den Kellern Chemikalien für den Bombenbau enthalten,
Die syrische Armee kann nicht immer rechtzeitig alle Flüchtlinge und Zivilisten, die von Terroristen mitgeschleppt werden, aufnehmen. Deshalb weiten sich die Kämpfe manchmal in die umliegenden Dörfer und Gehöfte aus. Doch grundsätzlich konzentriert sich die Armee auf Gegenden mit Waffenlagern.
Dabei ist sich die syrische Armee durchaus bewusst, dass sie durch den Häuserkampf viel Kritik auf sich zieht, vor allem, wenn Zivilisten verwundet werden. Kritik an der Armee gibt es jedoch auch dann, wenn sie Gebiete als sicher gekennzeichnet hat – und es dann doch zu Zivil-Verlusten kommt. Grundsätzlich gestattet die Armee der Bevölkerung, in geräumte Wohngebiete zurückzukehren, auch um die Toten zu begraben. Die Menschen leisten vorsichtig Folge, kehren aus ihren Zufluchtsgebieten in den umliegenden Dörfern erst langsam an den Stadtrand zurück, dann weiter ins Stadtinnere.
Soldaten werden meist durch Panzerfäuste verletzt, durch Mörser und durch Angriffe mit Handgranaten.
Die verbliebenen Aufständischen und Terroristen sind nun in Khaldiyeh und Rastan eingekesselt. Angriffe der syrischen Armee werden morgen den ganzen Tag andauern. Haus-zu-Haus-Durchsuchungen werden übermorgen beginnen. Die Kämpfe in Rastan benötigen Zeit.

Diese und tausende andere News finden Sie ab jetzt auch auf Krisenfrei.de
  • Deutschlands größte alternative Suchmaschine
  • Über 2000 News aus allen TOP Quellen
  • Unabhängig und Übersichtlich
>>> JA, ich möchte alle alternativen News auf einen Blick

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen