Syrien-Politik: Unzufriedenheit im türkischen Militär

Ismail Hakki Pekin zur Syrien-Politik der türkischen Regierung
Ismail Hakki Pekin zur Syrien-Politik der türkischen Regierung

Der ehemalige Chef der Geheimdienstabteilung im Generalstab des türkischen Militärs äußert gegenüber Sputnik, dass die Streitkräfte zunehmend unzufrieden mit der Syrien-Politik der türkischen Regierung sind.

Ankaras Politik gegenüber Syrien, vornehmlich die Äußerungen der türkischen Führung in Hinsicht auf eine Bodenoffensive in Syrien, betreffen direkt die türkischen  Streitkräfte.

Der ehemalige Chef der Geheimdienstabteilung im türkischen Generalstab , Ismail Hakki Pekin, sprach in einem exklusiven Interview mit Sputnik davon, er sei sich sicher, dass die türkischen Streitkräfte bezüglich Syrien nicht die Bestrebungen verfolgen, welche Ankara leiten.

“Natürlich sind sie verpflichtet, Befehlen Folge zu leisten. Aber ich kann mit Gewissheit sagen, dass die türkischen Streitkräfte niemals die Idee einer militärischen Operation gegen einen Nachbarstaat unterstützt haben.”

Pekin führte weiter aus, dass es eine beachtliche Opposition in den Rängen der Armee gegenüber der derzeitigen Situation gäbe.

“Es gibt ein Einvernehmen darüber, dass der Sturz von Assad das Problem nicht lösen wird. Im Gegenteil, der Schritt kann zu einer ernsthaften und langfristigen Instabilität in der Region führen. In der Tat liegt es im Interesse der Türkei, dass Damaskus seine Positionen stärkt und eine effektive Kontrolle und Sicherheit an der Grenze aufbaut.”

Stabilität in der Region, so Pekin, würde der Türkei helfen, ihre eigene Sicherheit zu gewährleisten. “Vielen ist klar, dass – anstatt sich in einem nutzlosen, sehr teuren und endlosen Krieg zu engagieren – es mehr Sinn machen würde und viel profitabler wäre, das syrische Regime zu stärken und die militärischen Operationen an der Grenze einzustellen.”

Pekin betonte, dass die Einnahme der Städte Afrin und Azaz gefährliche Konsequenzen nach sich ziehen könnte.

“Bei der geringsten Bewegung Richtung Syrien droht uns  eine Auseinandersetzung mit Russland. Selbst eine kleine Operation wird die Türkei blockieren. Mittlerweile gibt es Anzeichen, dass Vorbereitungen für eine solche Operation getroffen werden.”

Pekin sagte, dass die Sicherheitsmaßnahmen im Lande verstärkt würden und neue Methoden eingeführt würden, um auf Bedrohungen aus dem Ausland zu reagieren.

“Ich denke, wenn es die Türkei immer noch wagt, diesen Schritt zu machen und nach Syrien einzumarschieren, werden die Konsequenzen irreversibel sein.”

Übersetzung: politaia.org

Quelle: http://www.veteranstoday.com/2016/02/24/infighting-turkeys-general-staff-concerned-with-erdogans-syria-policies-read-more-httpsputniknews-com/

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3 Kommentare

  1. Es gibt, Gott sei Dank, sehr viele größere und kleinere Pekins bei den Streitkräften der Türkei.

    Inwieweit sich diese letztendlich werden durchsetzen können, das bleibt allerdings die Frage.

    Durch den Ergenekonskandal (bei dem man das Militär systematisch verleumdet und demontiert hatte, es haben sich deswegen ehrhafte Soldaten sogar das Leben genommen) istdas Militär sowohl geschwächt, weil viele gute Leute schlichtwegs ausser Gefecht gezogen worden waren, als auch Maulwürfe ohne Ende installiert worden sind. Früher konnte keiner Berufssoldat werden, in dessen Familie ein Islamist oder auch nur eine Oma mit schwarzer Kutte oder Hidjab war, heutzutage rennen sogar die Frauen von manchen mit Hijab (Wickelkopftuch) rum :-(

    Hier lief grad vorhin die Meldung übern Ticker, daß die saudischen Flieger in Incirlik eingetroffen seien.Soviel zur Loyalität der Saudis gegenüber den Russen, die diese vor einigen Tagen bekundet hatten (gibts einen Bericht drüber hier auf Politaia)

    http://www.internethaber.com/suudi-arabistan-savas-ucaklari-incirlik-ussunde-1569150h.htm

    Die saudischen Jets sind in Incirlik.

    Kargoflugzeuge der saudiarabsichen Streitkräfte und das Personal zu 4 Kampfliegern, die morgen Incirlik erreichen sollen, sind in Incirlik angekommen.

    Aus dem Bericht zu entnehmen ist, daß besagte Flieger wohl zur Bekämpfung von ISID eingesetzt werden sollen. Bei den Flugzeugen handelt es sich um 4 F-15E “Strike Eagle”, die ausser von Saudi Arabien auch von den USA und von Israel geflogen werden.

    Das türkische Verteidigungsministerium hatte Berichte über eine Entsendung Saudischer Jets nach Incirlik bisher zurückgewiesen.

    ——-

    Zur Erklärung: Die TR Streitkräfte sind gegen einen Syrien-Einsatz ebenso, wie gegen eine Stationierung saudischer Streitkräfte in der Türkei.

    Vor Kurzem haben Türkei, Saudii-Arabien und noch einige andere sunnitische Staaten eine “islamische Verbindung” gegründet, sozusagen als Gegenstück zur Nato.

    Die haben die sicherlich nicht gegründet, damit sie sich zum Kaffeetrinken treffen können. Die Lage ist verdammt brenzlig, wenn Ihr mich fragt.

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