Türkischer Gaza-Prozess nur eine Finte; Erdogan und Israel stecken unter einer Decke

Mavi Marmara der Gaza-Freiheits-Flotille

nach einem Artikel von Christof Lehmann

Letztes Jahr berichtete nsnbc, dass eine zuverlässige palästinensische Geheimdienstquelle (die dem Herausgeber von nsnbc bekannt ist) Informationen und Dokumentationen zur Verfügung stellte, welche belegen, dass der Mord an neun türkischen Bürgern auf dem Schiff Mavi Marmara der Gaza-Freiheits-Flotille eine gemeinsame türkisch-israelische Operation war, die dem Zweck diente, neun Mitglieder der türkischen Moslembruderschaft und verwandter Organisationen zu liquidieren, die gegen die militärische Aggression gegen Syrien opponierten. Ein weiterer Zweck des gemeinschaftlichen Mordes war es, die öffentliche Unterstützung für den türkischen Ministerpräsidenten R. Tayyip Erdogan zu fördern und ihm genug Rückendeckung für die Entlassung der sekulären Generäle im türkischen Oberkommando zu geben, die gegen eine militärische Einmischung  in Syrien waren.

Was sich in Libyen als ausländischer Staatsstreich herausstellte, stoßt jedoch in Syrien auf einen erstaunlich trotzigen Widerstand der syrischen Regierung, des syrischen Militärs und der syrischen Bevölkerung. Nach dem Mißbrauch der UN-Resolution 1973 im letzten Jahr in Libyen, haben sich Russland und China einem weiteren “hunanitären Krieg” der NATO in Syrien in den Weg gestellt. Erdogan verliert immer mehr Zustimmung in der Öffentlichkeit für den Krieg und der Schauprozess gegen Israel dient offensichtlich dazu, sein öffentliches Image aufzupolieren.

In Istanbul wurde am vergangenen Montag die Anklageschrift von Staatsanwalt Mehmet Akif Ekinci gegen die ehemaligen Top-Militärs Gabi Ashkenazi, der 2010 Generalstabschef war, sowie den Chef der Marine, Eliezer Marom, der Luftwaffe, Avishai Lavy und des Militär-Nachrichtendienstes, Amos Yadlin, genehmigt. In der Anklageschrift wird neun Mal lebenslänglich für „die Befehle zu grausamen Morden und zu  Folterungen“ gefordert.

Die Mavi Marmara gehörte zu einer Flotille von Zivilschiffen, die unbewaffnete Friedensaktivisten und Unterstützer für die palästinensischen Rechte an Bord hatte. Im Mai 2010 stürmte das israelische Militär die türkische Mavi-Marmara bei deren Versuch, die Gaza-Seeblockade zu durchbrechen. Dabei wurden neun türkische Zivilisten förmlich exekutiert.

Nach Israels hochkriminellen Piratenakt in internationalen Gewässern hielt Erdogan eine flammende Rede gegen die Verbrechen Israels, die international ausgestrahlt wurde. Die Türkei brach alle diplomatischen Verbindungen ab und beendete die militärische Kooperation und den Handel mit Israel. Das heißt, die Türkei zog das ein paar Wochen durch, danach wurden still und heimlich die Beziehungen zu Israel wieder normalisiert. Der Plan war gelungen.

Der Plan war deswegen gelungen, weil er alle vorgesehenen Ergebnisse lieferte, die das gemeinsame türkisch-israelische Unternehmen vorsah. Eine sehr gut plazierte und verlässliche palästinensische Geheimdienstquelle in der Türkei informierte nsnbc im Januar 2012, dass die Todesschüsse auf der Gaza-Flotille das Vorspiel zum Krieg gegen Syrien waren.

An Bord der Mavi Marmara und verantwortlich für die den türkischen/NATO-Teil der Operation war niemand anders als der Kommandeur der Libyan Islamic Fighting Group (LIFG) Abdelhakim Belhadj und sein Stellvertreter Harati. Die LIFG ist eine Al-Kaida-Organisation und nahm nach den erfolgreichen Operationen der NATO in Libyen eine Anzahl anderer Bezeichnungen an. Zur Zeit ist sie besser bekannt unter dem Namen Militärrat von Tripolis und Freie Syrische Armee. Derzeit kommandiert Belhadj etwa 18.000 Al-Kaida-Kämpfer in Syrien, die sich als “Freie Syrische Armee” ausgeben.

Die neun getöteten türkischen Staatsbürger waren prominente bzw. einflußreiche Mitglieder der Türkischen Moslembruderschaft, die bezüglich ihrer Zuverlässigkeit in der Zusammenarbeit zwischen der Bruderschaft und der NATO gegen Syrien zu einem Risiko geworden waren. Ihr Tod stellte sicher, dass sich die Reihen in der Türkischen Bruderschaft wieder schlossen. Ihr Tod bedeutete andererseits eine Welle der Unterstützung für Erdogan in der Öffentlichkeit. Seine flammende Rede gegen Israel brachte ihm genügend Popularität ein, um das türkische Oberkommando herausfordern und die meisten sekulären Generäle abservieren zu können ; diese hätten eine Zusammenarbeit mit der Muslimbruderschaft und Al-Kaida in einem Krieg gegen Syrien nicht zugelassen.

Der verdeckte Krieg der NATO gegen Syrien zieht sich jedoch in die Länge . Es kam nicht zu einem Umsturz wie in Libyen. Der subversive Krieg entwickelte sich zu einem Amoklauf der NATOAl-KAida-Gangs , des CIA und des Mossad vor allem gegen syrische Zivilisten, der in immer schlimmeren Massakern ausartet. Diese werden dann Assad in die Schuhe geschoben. Und so kommt die Anan-Doktrin der “Responsibility to Protect(die Verantwortung zum Schutz) der verbrecherischen UNO ins Spiel. Bald wird der Westen den Krieg von Außen ins Land tragen. Globalistenknecht Erdogan steht schon Gewehr bei Fuss.

Der Schauprozess in Istanbul ist dazu da, Erdogans mittlerweile wieder geschwächte Stellung erneut zu festigen. Man darf gespannt sein, ob jemals einer der Angeklagten auch nur einen Tag im Gefängnis verbringen wird. Es ist wohl alles nur ein Schauspiel.

Quellen:

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