Unbemerkt: Japan ist wesentlich höher verschuldet als Italien oder Griechenland….

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Wir stöhnen in der EU über eine unglaublich hohe Schuldenlast. Italien und vor allem Griechenland mit Schulden von etwa 190 % des jährlichen BIP bereiten uns Kopfzerbrechen. Wer nach Osten blickt, sieht dem wirtschaftlichen Untergang allerdings wesentlich tiefer in den Rachen. Japan, so jetzt ein bemerkenswerter Beitrag vom „Freitag“, hat eine Staatsschuldenquote in Höhe von 236 % des jährlichen Bruttoinlandsproduktes. Also weit höher….

Ruhe in Japan

In Japan allerdings sind die Diskussionen weitgehend verstummt. Vor Jahren ging es angesichts einer Deflation, also einer faktischen Preisreduktion, einhergehend mit wirtschaftlichen Rückgängen, deutlich turbulenter zu. Die Japaner aber haben etwa anders gemacht als das, was wir etwa in Deutschland gemacht haben und wollen.

Japan hat sich im Land selbst verschuldet. Versicherungen haben die Anleihen gekauft, die Zentralbank, Pensionsfonds, Banken und auch Investoren. Etwa 90 % der Schulden sind im Yen notiert und sind auch in japanischen Händen. Mit anderen Worten: Das Land ist nicht von außen erpressbar. Vor allem die Zentralbank agiert offensichtlich so, wie wir es der EZB am liebsten verbieten würden. Sie kauft die Staatsanleihen am sogenannten Sekundärmarkt auf. Dort werden die bereits emittierten Papiere gehandelt. Dies sehen wir bei uns als „Staatsfinanzierung“, die nicht erlaubt sei.

Die Japaner gehen damit gelassen um. Es funktioniert. Nur ist die Binnenwirtschaft weiterhin recht schwach. Hierfür machen Beobachter vor allem den „demografischen Wandel“ verantwortlich. Alte Menschen, die nicht hinreichend konsumieren und produzieren. Die Renten, die Löhne sowie die Gehälter bleiben zudem vergleichsweise konstant, womit sich die Konsumtätigkeit nicht so entwickeln kann, wie Ökonomen dies gerne hätten.

Das Geheimnis der Wirtschaft angesichts der aus unserer Sicht fatalen Geldpolitik: Die Arbeitskraft wird weit stärker ausgebeutet als bei uns. Das Modell funktioniert seit vielen Jahren, der Druck nimmt zu. Wenigstens der Blick auf diese Verhältnisse zeigt uns denn doch: Verschuldung gegen niedrigste Zinsen scheint gleichfalls keine Dauerlösung zu sein.

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