UNFASSBAR: Unis verheimlichen Studien

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Nach einem Bericht des „Spiegel“, der sich auf die Organisationen „Transparimed“ sowie „Buko Pharma-Kampagne“ beruft, würden deutsche Universitäten einen beträchtlichen Teil ihrer „medizinischen Forschungsergebnisse“ nicht zeitpunktgerecht in der EU-Datenbank „EudraCT“ aufnehmen lassen. An sich müssen Forschungseinrichtungen, die eine solche Studie in der Datenbank anmelden, ihr Ergebnis ein Jahr nach dem Ende der Studienphase dort publizieren müssen. Andernfalls würde die Einrichtung jeweils gegen die Regeln der EU verstoßen.

Studienergebnisse bleiben quasi geheim

Studienergebnisse sind vor allem deshalb in der Öffentlichkeit zu präsentieren, weil dies als Standard in der wissenschaftlichen Forschung gilt. Wer Ergebnisse ermittelt, stellt diese durch Veröffentlichung zur Diskussion und dient dem wissenschaftlichen Fortschritt. Wirtschaftlich betrachtet ist dieser Fortschritt in der EU besonders wichtig, insofern öffentliche Einrichtungen auch öffentliche Gelder nutzen und auf diese Weise beispielsweise auch Unternehmen dienen könn(t)en. Das Geld für Studien, die weder wissenschaftlich dokumentiert sind noch damit nutzbar wären, ist in dem Sinne zunächst verschenkt.

Die Untersuchung nun zeigt, dass insgesamt 35 Hochschulen in Deutschland in der EU-Datenbank 477 Studien angelegt haben, die bereits seit zumindest einem Jahr beendet sein müssten. Lediglich bei 32 Studien wurde das Ergebnis tatsächlich öffentlich dokumentiert. Dies sind dementsprechend noch nicht einmal 7 %. Bei 445 Studien fehlt es bis dato an dieser Dokumentation.

Damit sind potenziell auch Patienten betroffen. So kann es durchaus zum Ergebnis kommen, dass Medikamente oder Therapien insgesamt nicht das gewünschte oder erhoffte Erfolgskriterium erfüllen. Dies wäre sowohl in der wissenschaftlichen Forschung wie auch in der praktischen Medizin wichtig. Die Hochschulen anderer Länder übrigens veröffentlichen im Durchschnitt immerhin 63 % ihrer Studienergebnisse so, wie es die EU-Regelungen an sich vorschreiben. Die Universitäten in Deutschland verweisen in Antworten unter anderem darauf, die Dokumentation sei „aufwändig“. Eine müde Ausrede, so Kritiker.

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