UNFASSBAR, wie die Finanzindustrie die EU beherrscht…

Quelle: shutterstock.com

UNFASSBAR, wie die Finanzindustrie die EU beherrscht…

Wirtschaftsprüfer sind jetzt ins Visier von Kritikern geraten, die deren Rolle in der EU und gegenüber der Finanzindustrie beleuchten. So würden Wirtschaftsprüfer auf der einen Seit die EU beraten, auf der anderen Seite aber Konzerne gerade in Steuerfragen die EU betreffend beraten. Dies sei ein problematischer Interessenkonflikt. Wohl wahr – wer die steuererhebende Institution berät und gleichzeitig den großen Steuerzahlern verrät, wie sie mit den Regelungen umgehen müssen, um Steuern zu sparen, kann offensichtlich nur einem Herrn gleichzeitig dienen.

Illegale Beihilfe – entwickelt von Wirtschaftsprüfern

Nach einem Bericht der „Tagesschau“ gibt es ein besonders perfides Beispiel für diesen Interessenkonflikt. So hatte der US-Großhändler Amazon zwischen den Jahren 2006 und 2014 eine, wie es im Bericht heißt, „durch nichts zu begründende Methode“ verwendet, mit der Gewinne kleingerechnet worden sind. Somit hatte Amazon laut der EU-Wettbewerbskommissarin Vestager die Möglichkeit, 75 % ihrer Umsätze innerhalb Europas nicht zu versteuern.

Dies nannte die Kommissarin „illegale Beihilfe“. Das Land Luxemburg hatte dem Modell seinen Segen gegeben. Erstellt hatte es – wohl unter anderen – die Firma PriceWaterhouseCoopers (PWC). Wirtschaftsprüfer.

Das ist aber nur die eine Seite des hier aufgeführten Skandals. Denn der EU-Währungskommissar Pierre Moscovici beauftrage dem Bericht nach PWC damit, Analysen über „verschiedene Steuer- und Zollfragen“ zu erstellen. Der Auftrag ging erst im Januar 2018 nach draußen. An dieselbe Firma, die Amazon ein Modell hinstellte, mit dem der US-Konzern unglaubliche Steuersummen sparte.

Dies soll kein Einzelfall sein – auch die Unternehmen KPMG, EY oder Delitte beraten Unternehmen und die EU-Kommission in einem Zug.

Die Finanzindustrie erhält von der EU-Kommission die Gelegenheit, sich nach beiden Seiten zu orientieren. Das ist der eigentliche Skandal. Es wäre erstaunlich, wenn dies der EU-Kommission nicht selbst aufgefallen sein sollte. So eröffnet sich die Frage: Wem dient die EU-Kommission?

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen