UNGLAUBLICH: Desinformationskampagnen im Internet – von Russland – wissenschaftlich viel weniger einflussreich….

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Geht es nach den US-Demokraten oder nach hiesigen Medien, dann sitzt in Russland ein riesiges Netzwerk an Desinformierer, die unsere gesamten Informationen im Wahlkampf ad absurdum führen. Wir werden getäuscht. Dies habe, so heißt es hierzulande immer wieder, auch Trump in den USA an die Macht gebracht. Und Heiko Maas warnte davor schon mit Blick auf die Europa-Wahlen im Mai. Doch die Angst vor solcher Desinformation ist vollkommen unberechtigt. Ein unverdächtiger Politikwissenschaftler, Professor in Washington, hält den Einfluss für geringer als gedacht. Er hat dem „Spiegel“ ein Interview gegeben. Sein Name: Thomas Rid.

Vorsicht: Nur leichte Desinformation

In freier Rede lassen sich seine Aussagen in etwa wie folgt zusammenfassen. Die angeblichen Desinformationskampagnen Russlands gibt es auch in anderen politischen Zusammenhängen und Zeiten. So in den 60er Jahren. Nur sind die Aktivitäten und die Erfolge, d. h. die Beeinflussung, in Zeiten von Social Media nicht so einfach zu messen. Oder überhaupt nicht.

Auch sind damit die Kampagnen, die es tatsächlich gibt, offenbar überbewertet. Rids Meinung: Die meisten Kampagnen laden bereits vorhandene Theorien noch mit weiteren Meldungen auf. Sie erfinden keine Meldungen. Und zwar aus folgendem Motiv: Es geht um Arbeitsplatzsicherung. Die „Täter“ hatten früher ihre „Rolle intern fast immer übertrieben“. Und dies sei auch heute noch der Fall – um mehr Geld vom Auftraggeber, hier dem Staat, zu bekommen.

In diesem Fall allerdings haben die Demokraten von der Größe der Story – der Einmischung Russlands in den Wahlkampf – profitiert. So hat nicht nur die „russische Trollfabrik IRA, Internet Research Agency, etwas davon, die eigenen Berichte und Tätigkeiten aufzuhübschen. Die wiederum können sich als Opfer der Kampagnen darstellen. Und die Journalisten berichten, weil es eine gute Story ist. Alle oder fast alle haben etwas davon.

Und dennoch sind die Kampagnen der IRA nicht messbar. Facebook gab an, dass 126 Millionen US-Bürger entweder Anzeigen oder sonstigen Inhalt von IRA gesehen haben. Allerdings, so Rid, zwischen Januar 2015 bis hin zum August 2017. Fraglich ist demnach (die Wahl fand im November 2016 statt), wieviele Bürger die Inhalte vom IRA vor der Wahl gesehen hatten und wieviele erst danach. Rid schätzt, lediglich 37 % hätten die Contents vor der Wahl gesehen.
Objektiv ist die IRA demnach aber erst nach der Wahl „wesentlich aktiver geworden“. Warum? Weil die Bilanz den Geldgebern gegenüber damit besser wurde.
Die Geschichte um die Ausspioniererei und die Manipulation von Russland aus ist also eine Räuberpistole, wie es heißt. Und dennoch sieht Heiko Maas noch eine Bedrohung wegen der Europa-Wahl.

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