US-Regierungsmitarbeiter: “Waffenflut” für syrische Terroristen

YPG und syrische Armee bremsen Ankara und protürkische Rebellen aus

US-Regierungsmitarbeiter berichten über »Waffenflut« für syrische Aufständische

Von Karin Leukefeld
Mit 160 Militärtransporten haben die Golfmonarchien Katar und Saudi-Arabien sowie Kroatien Waffen und Ausrüstung an die Aufständischen in Syrien geliefert.
Die tödliche Fracht landete nach Angaben der New York Times (NYT) vom Montag auf Flughäfen in der Türkei und Jordanien, von wo sie mit Lastwagen an die Grenze zu Syrien gebracht wurde.
Der US-amerikanische Geheimdienst CIA überwachte die Transporte. In der Zeit von Januar 2012 bis März 2013 schickte Katar 85, Saudi-Arabien 37 und Kroatien 36 Maschinen mit Waffen. Mitte Juli 2012 nahm die Zahl der Flüge erheblich zu. Die Flüge aus Kroatien begannen Mitte Dezember 2012 und halten bis heute an. Neun Ladungen wurden von Jordanien in die Türkei geschickt, von wo sie an die Aufständischen weitertransportiert wurden. In der Türkei wurden die Flughäfen von Istanbul, Antalya und Ankara angeflogen. Die auf dem Landweg weiter transportierten Waffen fahren direkt an den NATO-Abwehrraketenstaffeln vorbei, die im türkisch-syrischen Grenzgebiet seit Anfang des Jahres stationiert sind. Die letzte Waffenlieferung aus Katar landete Sonntagnacht in Ankara.
Ein ehemaliger hochrangiger US-Regierungsmitarbeiter, der über Einzelheiten der Transportflüge unterrichtet war, sprach gegenüber der NYT von einer »Waffenflut«. Die Lieferungen seien sehr umfangreich, gibt ein weiterer anonymer Regierungsmitarbeiter zu, die Aufständischen verbrauchten allerdings auch viel. »Sie verbrennen eine Million Kugeln in zwei Wochen.«
Hugh Griffiths vom Stockholmer Institut für Internationale Friedensforschung, der international illegale Waffenmenge aufspürt, schätzt die Gesamtlieferung auf 3500 Tonnen militärische Ausrüstung. »Die Intensität und Häufigkeit dieser Flüge lassen den Schluss zu, dass es sich um eine gut geplante und koordinierte geheime militärische Versorgungsoperation handelt«, wird Griffiths in der NYT zitiert. CIA-Mitarbeiter unterstützten nach NYT-Angaben in »geheimen Kommandozentralen« die arabischen Staaten beim Kauf der Waffen, um anschließend Personen und Gruppen zu nennen, die die Waffen erhalten sollten.
Große Mengen Waffen wurden Ende 2012 von Saudi-Arabien in Kroatien eingekauft und von dort nach Jordanien (Amman) geflogen. Offiziell hatte US-Präsident Barack Obama erklärt, die USA helfe den Aufständischen nur mit »nicht-tödlicher« und humanitärer Ausrüstung, der NYT-Bericht beweist das Gegenteil. Die CIA gab keinen Kommentar ab.
Kommandeure verschiedener Kampfgruppen im Norden Syriens, die von der NYT interviewt wurden, zeigten sich trotz der umfangreichen Lieferungen unzufrieden. Die Verteilung sei unfair, involvierte Personen korrupt, Gruppen, die sich als Brigaden der »Freien Syrischen Armee« ausgeben würden, erhielten Waffen, die sie später auf dem Schwarzmarkt verkauften, berichteten verschiedene Aufständische. Die Golfstaaten gehören nicht nur militärisch zu den Antreibern der bewaffneten Opposition in Syrien. Nicht zuletzt mit ihren Nachrichtensendern Al-Dschasira und Al-Arabiya versetzten Katar und Saudi-Arabien jeder Initiative für eine friedliche Lösung in Syrien den medialen Todesstoß.
Sabotiert wurde die Beobachtermission der Arabischen Liga ebenso, wie die nicht-militärischen Initiativen, die von den Vereinten Nationen oder anderen Gruppen der syrischen Opposition vorgeschlagen wurden.
Zuletzt putschte Katar seinen Kandidaten Ghassan Hitto bei der Wahl eines Ministerpräsidenten durch die oppositionelle Nationale Koalition durch, was zum Austritt prominenter Mitglieder führte. Am Sonntag erklärte auch der Präsident der Koalition, Moas Al-Khatib nach nur vier Monaten im Amt seinen Rücktritt. Al-Khatib, war innerhalb des Bündnisses politisch ausgegrenzt worden, nachdem er Ende Januar 2013 seine Gesprächsbereitschaft mit Regierungsoffiziellen aus Damaskus erklärt und vor der Bildung einer oppositionellen Exilregierung gewarnt hatte. Wenn die Arabische Liga am heutigen Dienstag in Doha tagt, will Katar den Sitz Syriens offiziell Ghassan Hitto anbieten, dem von ihm gesponserten Ministerpräsidenten für eine Exilregierung. Die Mitgliedschaft Syriens in der Arabischen Liga war im November 2011 – auf Betreiben Katars – suspendiert worden. (Quelle: jW)



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