USA-Pakistan: Beziehungen verschlechtern sich weiter

Der pakistanische Präsident Asif Ali Zardari

Kommentar: Die herrschende Clique in Islamabad, die eng mit den USA verbunden ist, bekommt nun mehr Druck von den Volsmassen, welche erkennen, dass die Machteliten weltweit unter einer Decke stecken. Die Räumung des Drohnenstützpunktes in Shamsi und die Rethorik der Regierung sind ein Zugeständnis der Oligarchie an das Militär und das Volk. Aber es gibt weitere Stützpunkte der Amerikaner, die der Öffentlichkeit verschwiegen werden [Ende Kommentar].

MOSKAU, 27- Dezember (RIA Novosti).

Pakistan überdenkt seine Beziehungen zu den USA, schreibt die Zeitung “Nesawissimaja Gaseta” am Dienstag.

Präsident Asif Ali Zardari will dadurch seinen Ruf festigen, zumal die gegen die Verbindungen zu den USA auftretenden Parteien immer mehr an Gewicht zunehmen.

Wie die Zeitung “New York Times” kürzlich unter Berufung auf hochrangige US-Beamte berichtete, hatten die Pakistaner zu verstehen gegeben, dass sie sich grundlegend die Kontakte mit Washington neu überdenken. Damit ist klar, dass die Kooperation zwischen den beiden Ländern nie wieder den früheren Stand erreichen wird.

Die Amerikaner werden offenbar die Zahl ihrer Agenten und Militärberater in Pakistan verringern und viel mehr für den Gütertransit nach Afghanistan bezahlen müssen. Gleichzeitig kürzen sie aber auch die Hilfe für Islamabad, die jährlich eine Milliarde Dollar ausmachte.

Die Beziehungen spannten sich in diesem Jahr allmählich an. Den Höhepunkt erreichten die Kontroversen im November, als mehr als 20 pakistanische Soldaten bei einem US-Luftangriff versehentlich getötet wurden. Danach ignorierte Islamabad unter anderem eine Afghanistan-Konferenz in Deutschland und schloss einen CIA-Stützpunkt im Südwesten des Landes.

Die umfassende Partnerschaft, die außer des Sicherheitsbereichs auch die Wirtschaft und das Bildungs- und Gesundheitswesen umfasste, wird nur doch drei Aspekte betreffen: die Terrorbekämpfung, die Stabilisierung in Afghanistan und der Schutz der pakistanischen Atomwaffen.

Der Streit mit Islamabad könnte Washingtons Bemühungen um einen Dialog mit den Taliban zum Scheitern bringen, bei dem die pakistanischen Geheimdienste als Vermittler agieren.

Nicht zu übersehen ist auch die politische und wirtschaftliche Krise, die in Pakistan ausgebrochen ist. Präsident Zardari ist durch einen Konflikt mit den Militärs geschwächt, die sich die Aktivitäten der Amerikaner nicht gefallen lassen. Letzte Woche sprach Premier Yousaf Raza Gilani von einer Verschwörung zwecks Machtsturzes.

Die Bevölkerung ist ihrerseits mit dem niedrigen Lebensniveau und dem ausbleibenden Wirtschaftswachstum unzufrieden. Die Opposition kritisiert die Regierungskoalition für die Unfähigkeit im Kampf gegen die Korruption.

Angesichts dessen werden Pakistans politische Kräfte immer stärker, die gegen korrupte Beamte und enge Kontakte mit den USA argumentieren. Am vergangenen Wochenende fand in Karachi eine Protestaktion der Bewegung für Gerechtigkeit statt, an der etwa 150 000 Menschen teilgenommen haben. An der Spitze dieser Partei steht der in Pakistan bekannte Ex-Kricketspieler Imran Khan.

Derzeit dominieren im Land zwei Parteien: Zardaris Volkspartei und die Muslimliga mit Nawaz Sharif an der Spitze. Möglicherweise werden sie aber bald auch den Platz für Khans Partei räumen, die laut Prognosen 20 bis 40 Sitze im künftigen Parlament bekommen könnte. Der Bewegung für Gerechtigkeit haben sich inzwischen mehrere bekannte Politiker, darunter frühere Minister, angeschlossen.

http://de.rian.ru/politics/20111227/262362906.html

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