USA verlieren ihre Verbündeten in Asien

Iraq & Middle East Maps  and Saudi Arabia Map

STIMME RUSSLANDS Die Verständigung zwischen den USA und ihren wichtigen Verbündeten Saudi-Arabien und Pakistan geht drastisch zurück. Die russische Presse kommentiert am Mittwoch die Situation.

Saudi-Arabien sucht Alternative

Eduard Losanski, Professor der Staatsuniversität Moskau, schreibt am Mittwoch in einem Gastbeitrag für die „Nesawissimaja Gaseta“, die US-Regierung erwäge derzeit eine Kursänderung gegenüber Saudi-Arabien. Auch die saudische Führung bringe erstmals ihre Unzufriedenheit mit Amerikas Politik so offen zum Ausdruck. Diese Unzufriedenheit sei auf Barack Obamas Verzicht auf einen Militäreinsatz gegen Syrien zurückzuführen.

„Die Regierung in Riad würde ein sunnitisches Kalifat in Syrien bevorzugen. Das wäre für sie eine gute Alternative zur derzeitigen nichtreligiösen und pluralistischen Regierung in Damaskus, die von den iranischen Schiiten Rückendeckung bekommt“, so Losanski. Der Iran sei für Saudi-Arabien ein Erzfeind. Wer eine Unterstützung aus Teheran genieße, werde in Riad als „unzulässige Bedrohung“ betrachtet. Da ein US-Militärschlag gegen Syrien ausbleibe, suche Saudi-Arabien neue strategische Partner anstelle der Vereinigten Staaten.

„Unterdessen entsteht der Eindruck, dass die USA nicht mehr in der Lage sind, ihren Willen in jeder Region der Welt aufzwingen, erst recht in dem Nahen Osten. Dank der jüngsten Erhöhung der Schiefergas- und Ölförderung durch neue Technologien werden die USA von Energie-Importen immer weniger abhängig. Aus diesem Grund sind sie vielleicht weniger dazu geneigt, sich in die Politik der explosiven Nahost-Region einzumischen“, schreibt der russische Experte.

Vor diesem Hintergrund könne Russland die wichtigste Triebkraft der Nahost-Diplomatie werden: „In den letzten Jahren hat Amerika kolossale Fehler in der arabischen Welt begangen. Die Frage ist nun, ob Russland einen Erfolg erreichen kann, wo der Westen eine Niederlage erlitte hat.“

Drohnen-Einsatz vereitelt Dialog

Die russische Tageszeitung „Kommersant“ beschäftigt sich am Mittwoch mit den Konsequenzen des jüngsten US-Drohnenangriffs, bei dem der pakistanische Taliban-Chef Hakimullah Mehsud getötet wurde.

„Diese Tötung bringt den pakistanischen Regierungschef Nawaz Sharif in eine schwierige Lage. Denn der Drohnenangriff erfolgte einen Tag vor dem geplanten Treffen einer pakistanischen Regierungsdelegation mit Vertretern der von Mehsud geleiteten Gruppe Tehrik-i-Taliban Pakistan. Bei dem Treffen sollten Bedingungen für einen Dialog zwischen den Behörden und den Taliban erörtert werden. Doch die Pläne des Regierungschefs, der auf eine nationale Versöhnung setzt, wurden wegen der Tötung von Mehsud durcheinander geworfen (…) Einige Taliban-Kommandeure haben der Regierung bereits Verrat vorgeworfen, sich gegen einen Dialog ausgesprochen und Vergeltungsschläge in Aussicht gestellt“, so der Zeitungskommentar.

Es sei dem pakistanischen Regierungschef bei seinem jüngsten Washington-Besuch offenbar nicht gelungen, Barack Obama zum Verzicht auf Drohnen-Einsätze zu bewegen, schreibt das Blatt weiter: „Trotz der deklarierten gemeinsamen Ziele gehen die Wege von Washington und Islamabad immer mehr auseinander. Der nach Ansicht der US-Geheimdienste erfolgreiche Drohnen-Einsatz kann darauf hinauslaufen, dass die USA ihren maßgeblich wichtigen Verbündeten in Asien verlieren und die Nato ihren Nachschub-Weg nach Afghanistan einbüßt.“

http://german.ruvr.ru/2013_11_06/Wie-Amerika-seine-Verbundeten-in-Asien-verliert-5024/

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