Vorteilsnehmer Deutscher Fussball-Bund Ex-Präsident Grindel: Zurück zum ZDF – ein Musterjournalist

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Der Deutsche Fussball-Bund hat den Präsidenten verloren. Reinhard Grindel ist zurückgetreten. Deshalb, weil er eine Uhr als Bestechungsobjekt und Geschenk entgegennahm. Das jedenfalls ist seine Meinung. Nun darf der frühere Bundestagsabgeordnete auf Wunsch zurück zum Bezahlfernsehen. Das ZDF hielt ihm zunächst seine Stelle frei. Nach Recht und Gesetz. Jetzt will das ZDF nicht.

Vorteil Grindel

Reinhard Grindel galt nicht nur als Uhren-Abnehmer. Er hat über Jahre auch Nebeneinkünfte in Höhe von 78.000 Euro kassiert, über Funktionärstätigkeiten, die er gezielt verschwieg. Und er kassiert über die internationalen Fussball-Verbände Fifa und Uefa etwa 500.000 Euro pro Jahr. Weil er an Sitzungen teilnimmt – wenn er noch darf. Die aber wollen ihn offenbar infolge der oben skizzierten Skandale denn doch lieber loswerden.

Nun aber hat sich das ZDF gemeldet. Grindel, offenbar empfänglich für Dienstleistungen und Zahlungen zu seinen Gunsten, war ZDF-Journalist. Das ZDF „muss“ ihn zurücknehmen. Wie der „Deutschlandfunk“ meldet, meinte das ZDF zuletzt, dass „Herr Grindel (…) aufgrund seiner früheren Mitgliedschaft im Bundestag (… ein) geregeltes gesetzliches Rückkehrrecht habe. Wo er arbeiten könne, weiß der Sender noch nicht. Das kann der Bezahlsender erst dann entscheiden, „wenn es einen konkreten Anlass gibt“.

Im Bundestag zu sitzen soll keine beruflichen oder sozialen Nachteile mit sich bringen. Daher existiert dieses Rücknahmerecht zugunsten von Abgeordneten bei deren früheren Arbeitgebern. Dennoch: Hier ist Grindel schon 2016 aus dem Bundestag ausgeschieden, um dann beim DFB Präsident zu werden. Dass er 2019 noch zurück gehen kann, ist erstaunlich. Das ZDF und andere Bezahlsender als Auffangbecken? Für gescheiterte Funktionäre und für ehemalige Bundestagsabgeordnete – hier aus einer Regierungsfraktion? Es bliebe zu hoffen, dass der „Journalist“ Reinhard Grindel dann seiner Tätigkeit besonders gewissenhaft nachgeht und damit dann objektiv, auch kritisch und regierungsfern Sachverhalte aufklären kann. Allein: Es fehlt der Glaube. Dafür zahlen dann Sie. Mit den GEZ-Gebühren.

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