Währungskrieg — Ratingagenturen Speerspitze der Anglo-Amerikaner

Der Euro brennt - Quelle: politaia.org
MOSKAU, 17. Januar (RIA Novosti).

Viele EU-Länder wehren sich gegen die Herabstufung als zuverlässige Kreditnehmer durch die Ratingagentur Standard & Poor’s (S&P), schreibt die Zeitung “Nesawissimaja Gaseta” am Dienstag.

Viele Kritiker werfen der Agentur politische Motive für diese Entscheidung vor. Die französische Zeitung „Le Monde“ verglich sie mit „einem regelrechten politischen Elektroschock“.

Der österreichische Nationalbank-Chef und Vorstandsmitglied der Europäischen Zentralbank, Ewald Nowotny, stellte fest, es gehe um „eine politische Aktion, wenn auf einem Schlag ganz Europa heruntergeratet wird oder zumindest eine negative Perspektive erhält.“ Auch der Vizechef der CDU/CSU-Fraktion im deutschen Bundestag, Michael Fuchs, verlangte von S&P, „endlich aufzuhören, Politik zu machen.“

Die Aktivitäten der US-Rating-Agenturen in Bezug auf die Europäer erinnert an ihre Doppelstandards. So wurde Frankreich wie die USA im Sommer 2011 von der Bestnote  AAA auf AA+ herabgestuft, obwohl die Situation um sein Haushaltsdefizit bzw. seine Staatsschulden viel besser als in Übersee ist. Angesichts dessen sprechen viele in Europa  sogar von Verschwörungstheorien. Dem EU-Parlamentarier Elmar Brok zufolge geht es um „einen Währungskrieg zugunsten der angloamerikanischen Interessen.“

Cerstin Gammelin schrieb in der „Süddeutschen Zeitung“, Standard & Poor’s habe „ganz massiv den Versuch gestartet, direkt in die europäische Politik einzugreifen und diese zu beeinflussen. Das ist nicht die Aufgabe einer Rating-Agentur. Die Amerikaner drängen die Kontinentaleuropäer immer offener, die angelsächsischen Grundsätze ihrer eigenen Wirtschafts-  und Finanzpolitik zu übernehmen. Das heißt Geld drucken, wann immer nötig, etwa um Banken zu retten oder um Konjunkturprogramme aufzulegen. Wer das nicht macht, bekommt dann schlechte Noten.“

Die anti-europäische Einstellung der drei führenden Bewertungsagenturen  (S&P, Fitch und Moody’s) ruft Besorgnisse in der ganzen Welt hervor. Die chinesische Nachrichtenagentur Xinhua warnte, dass sie ihren Einfluss „vorsichtig anwenden sollten, um die Schuldenkrise in Europa nicht weiter zu vertiefen.“

Europäische Experten sprechen mittlerweile offen  von willkürlichen Bewertungen in den USA. Die Bundeskanzlerin Angela Merkel forderte Gesetzänderungen, um die negativen Folgen der Herabstufung der Kreditzuverlässigkeit der Europäer zu minimieren. Bundesaußenminister Guido Westerwelle sprach sich für die Bildung einer „unabhängigen“ europäischen Bewertungsagentur, „damit nicht politische oder wirtschaftliche Interessen zulasten des Euro und zulasten Europas zur Geltung kommen können.“

http://de.rian.ru/business/20120117/262479854.html

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