Windkraftlobby will Artenschutz „aufweichen“

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Nichts ist offenbar zu schade, um nicht für den „Klimaschutz“ geopfert zu werden. Weder die Umwelt, noch Naturschutzgebiete noch geschützte Tierarten. Nichts ist in Deutschland offenbar so heilig, wie der Klimaschutz. Die Energiewende, die schon jetzt als gescheitert gilt, soll dennoch vorangetrieben werden. Der Bau von Windkrafträdern geht unaufhaltsam weiter.

Die Windkraftlobby hat nun vor einem Krisentreffen im Wirtschaftsministerium einen Vorschlag gemacht, der aufhorchen lassen sollte. Um noch mehr Windräder in die Landschaft zu setzen, soll der Artenschutz aufgeweicht werden, so die Forderung der Windkraftlobby. Egal wie viele tausende Rebhühner, Störche, Rotmilane, Fledermäuse, andere Vögel und Insekten zerschreddert werden – darauf kommt es nun offenbar nicht mehr an. Im Zweifel gegen Vögel und für noch mehr Windräder – das fordert jetzt die Windkraftindustrie, denn das Tötungsverbot gefährdeter Wildtiere entwickle sich zum „absoluten Planungshindernis“. Schlagopferzahlen belegen, dass es sich jedoch um Zehntausende Vögel handelt, die durch Windräder zerschreddert werden.

Die Windkraftlobby beschwert sich über die zu wenigen Genehmigungen von neuen Windrädern. 2018 seien Windenergieprojekte mit einer Leistung von rund 1.500 MW genehmigt worden. Dies liege jedoch deutlich unter der im EEG vorgesehenen Ausschreibungsmenge von 3.600 MW für 2019. 2019 wurden bislang nur 228 neue Windkraftanlagen mit insgesamt 860 MW genehmigt, so die Kritik der Windkraftindustrie.

Der von Bundeswirtschaftsminister Altmaier (CDU) einberufene „Windgipfel“ sollte der Windkraftindustrie offenbar dabei helfen, diese Hürden zu beseitigen. Diese Lobby hat sehr genaue Vorstellungen davon, was dieses Treffen beschließen muss, um das Geschäft wieder auf Touren zu bringen. Denn die meisten Windparkprojekte scheitern (zu Recht) an Klagen von Wald- und Vogelschützern und am Fehlen artenschutzrechtlicher Genehmigungen. Daher sollen Naturschutzregeln nun aufgeweicht werden. Von einer Ökobranche kann kaum mehr die Rede sein, zumal die ausgedienten Windräder nicht entsorgt werden können. Sie sind nicht recycelbar und bleiben als Sondermüll einfach in der Natur stehen.

Zudem erhalten Windkraft-Betreiber Hunderte Millionen Euro für Strom, der gar nie produziert wurde. Für den Abtransport des Stroms fehlen die Netze. Die Rechnung bezahlt der Verbraucher trotzdem, selbst wenn die Windräder keinen Storm produzieren. Im ersten Quartal dieses Jahres erreicht die Entschädigung für das Nichtstun einen neuen Rekordwert. Der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft teilte mit, dass 3,32 Milliarden Kilowattstunden Windstrom zwangsweise abgeregelt wurden – mehr als je zuvor. Zu Beginn des windigen Jahres wurde viel mehr Ökostrom produziert, als die Stromleitungen aufnehmen können.

Im ersten Quartal dieses Jahres durften die Verbraucher für den nicht produzierten „Geisterstrom“ 364 Millionen Euro bezahlen. Ein Jahr zuvor lagen die Kosten noch bei 228 Millionen Euro. Wenn die Kosten sich weiter so steigern, dürften sie in einem Jahr bei über einer halben Milliarde Euro liegen.

Oberste Prämisse müsse daher weiterhin sein, den Ausbau der Stromnetze durch akzeptanzbildende Maßnahmen und die Unterstützung der Politik vor Ort voranzutreiben. Solange mehr EEG-Strom produziert werde, als die Netze aufnehmen können, müsse die Politik den Strom nutzbar machen, damit dieser nicht einfach abgeregelt werde, fordert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. ÜberWindkrafträder und die Energiewende haben wir hier bereits berichtet…

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