Wirtschaftsminister Altmaier nach eigenem Bekunden ein „Feminist“

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Peter Altmaier teilte wegen des sogenannten „Equal Pay Day“ mit, er sei aus vollem Herzen „Feminist“. Eine überraschende Selbsteinschätzung des Wirtschaftsministers, der sich offenbar der Aufgabe der Gleichberechtigung mit vollem Enthusiasmus stellen möchte. Jedenfalls an diesem Feiertag.

Altmaier: Kein Druck, aber eine große Aufgabe

Der Minister äußerte sich gegenüber dem „Handelsblatt“ und sieht sich vor allem als Teil „unserer Generation“, die diese Gleichberechtigung herstellen müsse. Welche Definition von „Feminismus“ er seiner Selbsteinschätzung zugrunde lege, wurde nicht bekannt.

Allerdings hat Altmaier sich vehement dafür ausgesprochen, die Unternehmen mit diesen Problemen „nicht zu sehr unter Druck zu setzen“, wenn es darum ginge, dass Frauen auch Führungspositionen einnehmen sollten. Er warnte davor, alles bis ins „kleinste Detail zu regulieren“. Nun sind Führungspositionen kein kleines, sondern ein entscheidendes Detail. Das scheint dem Minister aufgefallen, denn er verweist zumindest auf den Koalitionsvertrag.

Darin sei vereinbart, dass das „Gesetz für mehr Frauen in Führungspositionen“ evaluiert werden müsse. Zudem würden dann Vorschläge unterbreitet, wie „wir damit umgehen“. Gemeint wohl: Mit den Ergebnissen der Evaluation.

Hintergrund des zumindest in der Öffentlichkeit frisch entdeckten Feminismus ist der „Equal Pay Day“. An diesem Tag wird für eine gleiche Entlohnung der Geschlechter demonstriert, wobei das statistische Bundesamt festgestellt hat, weibliche Arbeitnehmer würden 21 % weniger Lohn beziehen als Münner. Das Hamburger Weltwirtschaftsinstitut indes geht davon aus, dass die Differenz beim Gehalt lediglich 2 % betrage. Diese Differenz weite sich aus, sobald Frauen mit der Kindererziehung dem Arbeitsleben stärker fernblieben.

Auch Andrea Nahles äußerte sich zum Thema. Die SPD-Parteivorsitzende nannte „die Gehaltsunterschiede eine schreiende Ungerechtigkeit“. Sie wandte sich gegen die „Kleinrechnerei“ der Unterschiede. „Jeder Cent ist eine schreiende Ungerechtigkeit. Es geht hier um viele, viele Euros.“ Sie würde kämpfen bis es gleichen Lohn für gleiche Arbeit gäbe.

Auf den Feministen Altmaier ging sie nicht ein.

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